Klein und fein: der Portraitrahmen

Bilder in Bewegung

Möchten Sie gerne Ihre Innenräume mit gerahmten Bildern verschönern? Aber Ihr kreativer Elan wird genauso durch die Aussicht ausgebremst, Löcher in die Wände zu bohren wie durch die Tatsache, dass es sich bei Ihren vier Wänden um ein Zuhause auf Zeit handelt? Wenn Sie dem Heimwerken nicht sehr zugetan sind oder sich der nächste Umzug am Horizont der vielen Möglichkeiten abzeichnet, so müssen Sie trotzdem nicht auf eine persönliche Dekoration in Ihren vier Wänden verzichten. Was ist nun die Lösung für alle Ungebundenen? Es stimmt zwar, dass bei der Bildaufhängung mit der Galerieschiene Gemälde und Bilder nicht an Ort und Stelle bleiben müssen. Beachten Sie jedoch, sollte Ihr Verbleib keiner von Dauer sein, dass dabei nur die Bilder, aber nicht die Schienen flexibel sind. Der Galerieschiene liegt eine Montage zugrunde, bei der sie fest an Wand oder Decke verschraubt wird. Daher wollen wir Ihnen das Gegenstück zum Bilderrahmen mit Wandaufhängern vorstellen: Der Portraitrahmen mit Tischaufsteller hat die Ehre. Als leichtgewichtiges und daher tragbares Deko-Element folgt er Ihrem Umherziehen. Das gilt genauso für wiederkehrende Deko-Einfälle und spontane Umräumaktionen wie für grundlegende Veränderungen in einem Leben aus dem Koffer.

Sollten Sie dagegen dem sesshaften Leben den Vorzug geben (können), muss einer Vorliebe für den mobilen Portraitrahmen auch nichts im Wege stehen:

  • Der Portraitrahmen kann, eben weil er nicht befestigt wird, in Ihre Einrichtung regelmäßig Abwechslung bringen. Stellen Sie ihn heute auf das Fensterbrett, morgen auf das Kräuterregal in der Küche oder lehnen Sie ihn nächste Woche an die Bücher in Ihrem Regal.
  • Der Portraitrahmen ist zudem die sinnvolle und kluge Lösung, wenn Sie ein kleines Format benötigen, sich aber bewusst sind, dass dieser kleinformatige Rahmen einzeln an der Wand zu verloren wirken würde.
  • Für den Portraitrahmen spricht außerdem, dass Sie Fotos, die Ihnen sehr am Herzen liegen, überall mithinnehmen können. Bringen Sie ohne großen Aufwand eine persönliche Note in das nüchterne Hotelzimmer und stellen Sie ein, zwei Bilder auf dem Nachtkästchen auf. Immerhin können Sie diese, so klein wie sie sind, problemlos in Reisetaschen verstauen. Oder passen die Bilderrahmen doch nicht mehr ins begrenzte Handgepäck? Dann wollen wir Sie an dieser Stelle wissen lassen, dass es auch Minirahmen für das Format von Reisepassbildern gibt!

Ein Rahmen von Format

Rückwand mit praktischem Tischaufsteller <br>von FDM

Der Unterschied zwischen dem Portraitrahmen und dem Bilderrahmen ist eine Sache der Größe. Während sich der Bilderrahmen zum Aufhängen in mittelgroßen, großen oder sehr großen Formaten präsentiert, zeichnet sich der Portraitrahmen als Bildträger kleinerer Fotoformate aus. Aber was heißt das eigentlich, „kleines Fotoformat“? Kurz und knapp gesagt: Die Trennlinie zwischen kleinen und großen Formaten verläuft bei Din A4. Alle Größen jenseits von Din A4 gelten als groß, alle darunter als klein. Des Weiteren stattet der Bilderrahmenmarkt ausschließlich Bilderrahmen, die kleiner als Din A4 sind, mit einem Tischaufsteller an der Rückwand aus. Ist Ihnen diese Ähnlichkeit auch schon aufgefallen? Der Aufsteller, dessen clever geformtes Ende es Ihnen ermöglicht, den Portraitrahmen sowohl in Hoch- als auch in Querformat aufzustellen und zu seinem Ruf eines besonders leichtfüßigen Bilderrahmens beiträgt, erinnert an eine Krawatte. Wir fassen zusammen: Der Portraitrahmen ist nicht nur eine mobile Einrahmung, sondern auch ein Rahmen von kleinem Format.

Sie interessieren sich für die einzelnen Größen? Dann rufen Sie einfach unseren Magazinbeitrag zu den einzelnen Fotoformaten auf.

Auch große Bilderrahmen in Pose bringen

Wenn wir jetzt schon bei dem Thema Tischaufsteller sind, fällt auf, dass der Portraitrahmen neben seiner „Krawatte“ zusätzlich mit Wandaufhängern an der Rückwand ausgestattet ist. Das kommt der unerschöpflichen Mode der Wandgalerien entgegen, wo neben den Großen gut und gerne der kleine Portraitrahmen seinen Platz findet. Aber warum darf sich der Portraitrahmen oft auch an der Wand in Pose bringen, während es den großen Bilderrahmen meist vorenthalten ist, nach dem Vorbild ihrer kleinen Verwandten stehend Haltung einzunehmen? Sicherlich fehlt ihren Rückwänden der Tischaufsteller, aber ihr Zweck muss damit nicht endgültig besiegelt sein. Nutzen Sie ihn wie den Rahmen mit Tischaufsteller und auch wenn er nicht aufgestellt werden kann, so ist es doch ein leichtes Spiel, ihn anzulehnen. Stellen Sie ihn zum Beispiel auf eine Kommode als Begleiter dekorativer Blumenvasen oder schöner Obstschalen oder lehnen Sie  große bis sehr große Formate auf dem Boden lässig an der Wand an. Diese scheinbar provisorische und unverbindliche Umsetzung des Arrangements verleiht Ihrer Wohnung einen Hauch von Bohème. Außerdem lockert die ungezwungene Schieflage unsere heutzutage hauptsächlich sehr statische Einrichtung auf, in der vor allem rechtwinklige und kantige Möbeln dominieren.

Diese Art von zwangloser Innendekoration ist nicht unbedingt ideal, wenn der Raum gleichzeitig als Spielwiese für Kinder herhält. In diesem Fall sollten Sie darauf achten, den Bilderrahmen mit bruchsicherem Acrylglas zu bestellen. Spiegel und Bilderrahmen ohne festen Halt, die mit Normal- bzw. Standardglas ausgestattet sind, stellen Sie daher besser eine Etage höher auf, beispielsweise auf einer Kommode. Damit sind die Einrahmungen außer Reichweite der kleinen Herumtober gebracht und gleichzeitig in Ihr Sichtfeld gerückt.

Portraitmalerei und Fotografie

Es ist klar geworden, dass der Zweck eines Portraitrahmens darin besteht, auf einer horizontalen Fläche aufgestellt zu werden. Wie der Name Portraitrahmen bereits verrät, dreht es sich bei ihm vor allem um das Objekt, um das er üblicherweise schützend und schmückend seine Rahmenleisten legt. Es ist jedoch nicht so, dass sich das Bild nach den Formatvorgaben eines Rahmens richten muss. Immerhin sind Museen übervoll von Portraitbildern in imposanten Größen. Als bestes Beispiel kann an dieser Stelle das berühmte Paradebildnis Ludwig XIV. König von Frankreich genannt werden, das mit seinen fast 2 mal 3 Meter den Sonnenkönig in Überlebensgröße abbildet und damit sinnbildlich für das alles überragende Königtum steht. Auch wenn die vergleichsweise bescheidene Größe unseres Zuhauses uns zu gewisser Zurückhaltung zwingt, haben wir doch schon oft das kleine Format des Fotos eines geliebten Menschen vor der Einrahmung vergrößert, um ihm zu mehr Sichtbarkeit zu verhelfen. Wenn wir in der Zeit zurückgehen, dann wird uns klar, dass der primären Bestimmung der Fotografie das Portraitbild zugrunde liegt. Die kleinen Rahmen mit Tischaufsteller vervielfältigten sich mit der Erfindung des ersten kommerziell nutzbaren Fotografie-Verfahrens im 19. Jahrhundert, der sogenannten Daguerreotypie, womit die allerersten Fotografien überhaupt entstanden.

Portraitrahmen zum Aufstellen

Portraitrahmen im Kinderzimmer

 

Daher ist es nicht verwunderlich, dass der Bilderrahmen mit Aufsteller stets synonym zu einem Portraitrahmen verstanden wird. Tatsächlich sind die auf dem Markt am häufigsten vertretenen Fotorahmen mit Aufsteller in der Größe der beliebtesten Fotoformate gehalten. Das bedeutet auch, dass der Fotorahmen seiner ursprünglichen Aufgabe treu geblieben ist. Es ist interessant zu beobachten, dass zwar seit Langem die Landschaftsfotografie als Kunstform die Vorrangstellung vor der Portraitfotografie eingenommen hat, aber trotzdem täglich mehr als 3 Milliarden Portraitfotos im World Wide Web verbreitet werden. Nach 150 Jahren sind Familienfotos oder Gruppenbilder im Querformat, Portraitbilder und Hochzeitsfotos im Hochformat sind immer noch die beliebtesten Motive für eine Einrahmung mit einem Portraitrahmen - und nicht, wie man denken könnte, das in den sozialen Medien präsente Selfie. Interessanterweise gehörte es vor einem Jahrhundert zum guten Ton, das Bild nicht nur zu vergrößern, sondern es auch dahingehend zu bearbeiten, zu kolorieren und prunkvoll einzurahmen, so dass es den Anschein eines Gemäldes aus einer vergangenen Epoche hatte. Sicherlich liegt unserer heutigen Begeisterung für Schwarz-Weiß-Bilder und Fotos in Sepia dieselbe Nostalgie zugrunde, nur eben, dass die unsere Gegenwart von einer anderen Vergangenheit entzückt ist- so hat jede Zeit ihr eigenes Retro!

Welche Bilder einrahmen?

Seien es Farbbilder oder Fotos in Schwarzweiß: Portraitbilder sind die Motive, die am besten mit einem Portraitrahmen eingerahmt werden. Landschaften hingegen, vor allem, wenn es sich um Panoramabilder handelt, kommen viel besser in großen Formaten zur Geltung. Nichtsdestotrotz können Naturaufnahmen und der kleine Fotorahmen ein harmonisches Paar bilden, sobald es sich bei dem Motiv um die Nahaufnahme eines landschaftlichen Details handelt, zum Beispiel eine Blume, ein Baum oder ein mit Efeu und Blumen zugewachsener, schmiedeeiserner Zaun. Das sind, nebenbei bemerkt, passende Motive für Ihr Zuhause im romantischen Shabby Chic. Der Portraitrahmen ist auch die ideale Einrahmung für eine wertvolle Grafik in kleinen Dimensionen: Warum also keine Briefmarke mit hohem Sammlerwert hinter Museumsglas einrahmen? Dafür bietet sich die Einrahmung mit einem Portraitrahmen in den beiden kleinsten Standardformaten 9 x 13 cm und 10 x 15 cm an.

Portraitrahmen verschenken

Metallrahmen zur Hochzeit verschenken

Haben Sie schon daran gedacht, ein eingerahmtes Bild zu verschenken? Sobald sich eine besondere Gelegenheit ankündigt und Sie den Geschmack des Ihnen nahestehenden Menschen gut kennen,  ist es eine hervorragende Idee, ihm ein sorgfältig gerahmtes Kunstwerk zu schenken. Auch ein leerer und hochwertiger Portraitrahmen kann Freude bereiten, warum denn nicht? Immerhin kann sich der oder die Beschenkte das Motiv selbst aussuchen. Oder Sie wählen gemeinsam das passende Bild aus. Handelt es sich bei der zu beschenkenden Person um einen Kollegen, bei dem Sie noch nicht Zuhause eingeladen waren, wissen Sie natürlich nicht, ob seine Wände bereits vollständig geschmückt sind. Umso kniffliger wird es, wenn Ihnen sein Einrichtungsstil und die geschmacklichen Vorlieben nicht bekannt sind. Gehen Sie in diesem Fall also auf Nummer Sicher und überreichen Sie ihm einen stilistisch neutralen Fotorahmen. Damit verschenken Sie ein diskretes, aber geschmackvolles Geschenk, das viel Gestaltungsfreiheit lässt.

Wissen vertiefen

Geschichtsbegeisterte und Liebhaber kleiner Anekdoten, aufgepasst: Das, was folgt, richtet sich an Sie!

Der Portraitrahmen: das jüngste Mitglied der Bilderrahmenfamilie

Denken Sie bei Bilderrahmen erst an Bild und dann an Wand? Tatsächlich sind das unsere ersten Assoziationen, weil sie uns seit der Renaissance im Laufe der Jahrhunderte immer begleitet haben. Im Grunde sind Sie beim Einrahmen nicht so festgelegt, wie Sie zuerst glauben mögen. Vielleicht sind Ihnen auf älteren Gemälden, die historische Innenräume zeigen, auch schon Gemälde aufgefallen, sozusagen das Bild im Bild. Die Liebhaber kleinster Details werden bemerken, dass in den Salons des 19. Jahrhundert hier und da, sei es auf Hockern, Sekretären oder Kaminkonsolen kleine Bilderrahmen auftauchen. Aber welchem Zweck dienten sie, wenn die Fotografie noch nicht erfunden war? Dabei handelt es sich um eine typische Kunstform jener Epoche: die Miniatur.

Mini für Miniatur?

Weiter oben haben wir bereits angedeutet, dass mit dem Erfolg der Fotografie auch der Bedarf an kleinen Rahmen zunahm und diese sich als beliebte dekorative Elemente verbreiteten. Lassen Sie uns nun genauer darauf eingehen: Vor der allgemeinen Begeisterung für die Fotografie ab den 1850er Jahren ist die Miniatur ein populäres Kunstgenre, das seine Ursprünge im Mittelalter hat und das später, im 18. Jahrhundert, ein breites Publikum für sich entdeckte. Der Zauber der Miniatur bestand darin, ein kleines und intimes Portrait des geliebten Menschen in der Hand öffnen zu können und zu betrachten, wann und wo man es wollte. Das ist also der kulturgeschichtliche Ursprung unserer heutigen Portraitrahmen!

Man könnte meinen, dass sich die Vorsilbe „Mini“ im Wort „Miniatur“ von „Minimum“ ableitet, umso mehr, da es sich dabei ja auch um kleinste Bilder handelt. Das ist aber tatsächlich purer Zufall. „Miniatur“ rührt von „Minium“ her, der lateinische Begriff eines roten Farbpigments (Bleioxid), das für die Fertigung diese Kleinstportraits als Deckfarbe verwendet wurde.

Die Miniatur als Liebespfand

Die Liebsten im Kettenmedaillon <br>nah am Herzen tragen

Ist also die Miniatur die direkte Vorfahrin unserer Passbilder und der Profilbilder, auf denen man sich in den sozialen Medien vorstellt? Eine Vorfahrin ja, sie ist aber nicht die älteste. Als vor vier Jahrhunderten der englische König Heinrich VIII. auf der Suche nach einer Gemahlin war, beauftragte er seinen Hofmaler Hans Holbein Miniaturen von seiner Person anzufertigen. Der Konterfei des Königs wurde dann an verschiedene Königshöfe in Europa geschickt, um sich bei den Kandidatinnen vor einer möglichen ehelichen Verbindung bekannt zu machen. Große Gemälde hatten zu jener Zeit (und zweifelsohne noch heute) eine Prunkfunktion und waren an die Öffentlichkeit gerichtet. Die Miniatur hingegen adressierte sich nur an wenig auserwählte Augenpaare und war ein intimer Gegenstand. Es handelte sich um ein Freundschafts- oder Liebespfand, das eng am Körper getragen wurde oder auf den Deckel eines Schmuckkästchen gesetzt wurde und die Privatgemächer der Wohlhabenden zierte. Übrigens gilt es im 18. Jahrhundert bei Frauen als modisch schick, ein Medaillon um den Hals zu tragen. Diese sind an einem Kettchen hängende hohle Anhänger, rund, oval oder in Herzform und enthalten eine Miniatur eines geliebten Menschen zusammen mit einer Haarsträhne desselben. Vielleicht war es ja das Medaillon mit seinem kleinen Scharnier, das zur Entstehung des Doppelrahmens inspirierte, der ein weiterer Klassiker der Portraitrahmen ist.

In der breiten Masse hat die Fotografie heute der Miniaturmalerei den Rang abgelaufen. Diese Kunstform ist aber noch nicht ganz ausgestorben. Auch wenn sie zu einer Rarität geworden ist, so gibt es noch heute einige wenige Künstler, die sich auf Miniaturen spezialisiert haben. Wenn Sie also auf der Suche nach einem hübschen Bild in kleinen Dimensionen sind, lassen Sie sich von den Kreationen professioneller Miniaturmaler überzeugen. Das ist alles andere als altmodisch und nostalgisch, weit gefehlt! Und sollte es eben doch die Nostalgie sein, die Ihr Interesse für diese kleinen und feinen Bilder geweckt hat, können Sie Antiquariatskataloge konsultieren. Und wenn Sie gerne ironisch mit den vorherrschenden Einrichtungstrends spielen, wie wäre es mit einer Wandcollage in Miniatur? Die Möglichkeiten, Bilder im Portraitrahmen auf einzigartige Art und Weise zur Geltung zu bringen sind so vielfältig.