Ekomi Siegel
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Glasarten im Test
Normalglas, Antireflexglas, Acrylglas & Museumsglas

Wie unterscheiden sich Bildergläser in der Praxis? Wir haben Normalglas, Antireflexglas, Kunstglas aus Polystyrol, Acrylglas und Museumsglas miteinander verglichen. Im Test geht es um vier Eigenschaften, die bei der Auswahl eines Bilderglases besonders interessant sind: Spiegelung, Gewicht, Kratzfestigkeit und Glasstärke.

Die Unterschiede zwischen den Glasarten lassen sich anhand technischer Daten beschreiben, im direkten Vergleich werden sie jedoch besonders anschaulich. Deshalb haben wir die verschiedenen Scheiben getestet und zeigen, wie sie sich tatsächlich verhalten.

Kurz erklärt

Normalglas ist schwer und kratzfest, reflektiert aber deutlich. Antireflexglas reduziert Spiegelungen durch eine mattierte Oberfläche. Kunstglas aus Polystyrol und Acrylglas ist deutlich leichter und bruchsicherer, dafür empfindlicher gegenüber Kratzern. Museumsglas verbindet eine sehr geringe Reflexion mit einer klaren Bildwiedergabe und ist je nach Ausführung zusätzlich mit UV-Schutz erhältlich.

Die Glasarten im Test

GlasartSpiegelungGewicht im TestKratzfestigkeitBesonderheit
Normalglasdeutlich sichtbar647 gsehr gutklassisches Bilderglas
Antireflexglasstark reduziert647 gsehr guteinseitig mattiert
Polystyrolsichtbar97 gempfindlichsehr leicht und bruchsicher
Acrylglassichtbar272 gempfindlichleicht und bruchsicher
Museumsglassehr gering600 gsehr gutinterferenzoptisch entspiegelt

Hinweis: Die Gewichte stammen aus unserem praktischen Test und beziehen sich auf die jeweils getesteten Scheiben in der Größe 30 x 40 cm. Sie sind daher nicht als allgemeine Gewichtsangabe für jede Glasstärke und jedes Format zu verstehen. Auch bei der Kratzfestigkeit wurden keine standardisierten Labormessungen durchgeführt. Der Test zeigt vielmehr die Unterschiede unter den Bedingungen unseres Videos.

Was wurde beim Glas-Test untersucht?

Wir haben die Scheiben nicht nur nebeneinander gehalten, sondern gezielt unterschiedliche Eigenschaften betrachtet.

1. Spiegelung

Die Scheiben werden bewegt, um zu zeigen, wie stark sich Lichtquellen und die Umgebung auf der Oberfläche spiegeln. Gerade bei Bildern, die gegenüber einem Fenster oder einer Lampe hängen, kann die Reflexion die Betrachtung deutlich beeinflussen.

Normalglas besitzt keine spezielle Entspiegelung und reflektiert deshalb deutlich. Antireflexglas reduziert die Spiegelung durch seine mattierte Oberfläche. Museumsglas arbeitet dagegen mit einer interferenzoptischen Entspiegelung und erreicht eine besonders geringe Restreflexion.

Normalglas im Test: Spiegelung

Normalglas

Antireflexglas im Test: Spiegelung

Antireflexglas

Kunstglas im Test: Spiegelung

Kunstglas Polystyrol

Museumsglas im Test: Spiegelung

Museumsglas

2. Gewicht

Wie schwer eine Glasscheibe ist, spielt nicht nur bei größeren Bilderrahmen eine Rolle, sondern auch bei schmalen Holzrahmen. Deshalb haben wir verschiedene Scheiben auf die Waage gelegt und die Gewichte miteinander verglichen.

Im Test wiegt das Normalglas 647 g. Das getestete Polystyrol bringt dagegen nur 97 g auf die Waage. Die Acrylglasscheibe wiegt 272 g. Das getestete Museumsglas liegt bei 600 g.

Die Ergebnisse zeigen den deutlichen Gewichtsunterschied zwischen klassischem Glas und Kunstglas. Das kann insbesondere bei großen Formaten oder beim Aufhängen eine Rolle spielen.

Normalglas auf der Waage: 647 Gramm

Normalglas: 647 g

Polystyrol auf der Waage: 97 Gramm

Polystyrol: 97 g

Acrylglas auf der Waage: 272 Gramm

Acrylglas: 272 g

Entspiegeltes Acrylglas auf der Waage: 412 Gramm

Entspiegeltes Acrylglas: 412 g

Museumsglas auf der Waage: 600 Gramm

Museumsglas: 600 g

3. Kratzfestigkeit

Auch die Oberfläche wurde im Test genauer betrachtet. Dazu wurde mit einem einfachen Kratztest geprüft, wie empfindlich die verschiedenen Materialien auf mechanische Belastung reagieren. Für ein schnelles und eindeutiges Ergebnis haben wir einen handelsüblichen Edelstahlschwamm genutzt. Normalerweise sollten Glasflächen nur mit geeigneten Reinigungsmitteln und weichen Tüchern gereinigt werden.

Normalglas und Museumsglas zeigen sich dabei deutlich unempfindlicher gegenüber Kratzern. Kunstglas aus Polystyrol und Acrylglas ist dagegen empfindlicher. Bei diesen Materialien sollte deshalb besonders vorsichtig gereinigt und mit der Oberfläche umgegangen werden.

Entspiegelte Kunstgläser können zusätzlich mit einer kratzfesteren Beschichtung versehen sein.

Der Test ist keine standardisierte Prüfung der Kratzfestigkeit. Er dient dazu, die Unterschiede zwischen den Materialien für Sie anschaulich zu machen.

Normalglas im Kratztest

Normalglas

Polystyrol im Kratztest

Polystyrol

Acrylglas im Kratztest

Acrylglas

Museumsglas im Kratztest

Museumsglas

4. Glas- und Materialstärke

Die Schnittkanten der Scheiben zeigen, dass sich die Materialien auch in ihrer Stärke unterscheiden können. Im direkten Vergleich lässt sich die Materialstärke besonders gut erkennen.

Im Test werden dafürverschiedenene Gläser nebeneinander gezeigt. Bei Polystyrol und Acrylglas wird außerdem der Unterschied zwischen den beiden Kunstglasarten sichtbar.

Acrylglas und Polystyrol im Vergleich

Acrylglas und Polystyrol

Museumsglas mit sichtbarer Schnittkante

Normalglas und Museumsglas

Normalglas im Test

Normalglas ist das klassische Bilderglas und wird bei vielen Bilderrahmen als Standard eingesetzt. Im Test zeigt sich die typische Kombination aus hoher Kratzfestigkeit, vergleichsweise hohem Gewicht und deutlich sichtbaren Reflexionen.

Spiegelung

Beim Bewegen der Scheibe werden die Spiegelungen auf der Oberfläche deutlich sichtbar. Auch bei einem eingerahmten Bild können sich Fenster, Lampen oder andere Lichtquellen im Glas spiegeln.

Gewicht

Die getestete Scheibe aus Normalglas wiegt 647 g. Bei größeren Formaten kann das Gewicht des Glases entsprechend deutlich zunehmen.

Kratzfestigkeit

Im Kratztest zeigt sich Normalglas als robust gegenüber mechanischen Belastungen. Die Oberfläche ist deutlich unempfindlicher als die von Kunstglas.

Glasstärke

Die sichtbare Schnittkante zeigt die Stärke der Glasscheibe. Welche Glasstärke eingesetzt wird, hängt unter anderem von Format und Ausführung des Bilderrahmens ab.

Antireflexglas im Test

Antireflexglas soll vor allem störende Spiegelungen reduzieren. Im Test wird deshalb besonders die Oberfläche des Glases betrachtet.

Spiegelung

Beim Bewegen der Scheibe sind deutlich weniger störende Spiegelungen zu erkennen als bei normalem Glas. Die Oberfläche wirkt matter.

Die mattierte Seite

Eine Nahaufnahme zeigt die mattierte Seite des Antireflexglases. Diese Oberflächenstruktur reduziert die Reflexion, kann aber gleichzeitig die Brillanz und Schärfe des Motivs beeinflussen.

Abstand zwischen Glas und Bild

Im Test wird außerdem gezeigt, wie sich der Abstand zwischen der mattierten Glasscheibe und einem Motiv auf die Wahrnehmung auswirken kann. Je größer der Abstand ist, desto stärker kann das Motiv durch die Lichtstreuung der matten Oberfläche beeinträchtigt werden.

Kunstglas im Test: Polystyrol und Acrylglas

Kunstglas wird häufig eingesetzt, wenn ein geringes Gewicht und eine bruchsichere Alternative zu Glas gefragt sind. Im Test werden Polystyrol und Acrylglas miteinander verglichen.

Polystyrol

Die getestete Polystyrolscheibe wiegt nur 97 g. Damit ist sie deutlich leichter als das getestete Normalglas. Die Scheibe ist bruchsicher, reagiert jedoch empfindlicher auf Kratzer.

Im Test werden außerdem die Spiegelung, die Schnittkante und die Oberfläche der Scheibe gezeigt.

Acrylglas

Die getestete Acrylglasscheibe wiegt 272 g. Auch Acrylglas ist deutlich leichter als die getestete Normalglasscheibe und gleichzeitig bruchsicher.

Beim Kratztest zeigt sich allerdings auch bei Acrylglas die höhere Empfindlichkeit der Kunststoffoberfläche. Deshalb sollte Acrylglas vorsichtig gereinigt und nicht mit scheuernden Materialien behandelt werden.

Acrylglas und Polystyrol im Vergleich

Im direkten Vergleich werden die Schnittkanten beider Kunstgläser nebeneinander gezeigt. Dadurch lassen sich die unterschiedlichen Materialien und ihre Stärke unmittelbar vergleichen.

Museumsglas im Test

Sehr geringe Spiegelung

Beim Bewegen der Scheibe zeigt sich die besonders geringe Reflexion. Dadurch bleibt das Motiv auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen besser sichtbar.

Farbe der Reflexion

Im Test wird außerdem die Reflexion des Museumsglases aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet. Je nach Beschichtung und Lichteinfall kann eine leichte Färbung der Reflexion sichtbar werden.

Gewicht

Die getestete Museumsglasscheibe wiegt 600 g. Damit liegt sie in unserem Test deutlich über dem Gewicht von Acrylglas, aber nur wenig unter dem getesteten Normalglas.

Kratzfestigkeit

Museumsglas besitzt eine widerstandsfähige Oberfläche. Im Kratztest zeigt sich eine hohe Unempfindlichkeit gegenüber mechanischen Belastungen.

Glasstärke

Die Schnittkante macht auch beim Museumsglas die Materialstärke sichtbar. Im direkten Vergleich mit den anderen Scheiben lässt sich der Unterschied gut erkennen.

Was ist Museumsglas und wann lohnt es sich?

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Doch was macht Museumsglas eigentlich anders als normales Bilderglas oder Antireflexglas? Und wann lohnt sich die aufwendigere Glasart für ein Bild?

Museumsglas verfolgt ein anderes Ziel als herkömmliches Antireflexglas: Die Reflexion soll sehr stark reduziert werden, ohne dass die Oberfläche durch eine sichtbare Mattierung beeinträchtigt wird.

Alle Glasarten im direkten Vergleich

Im abschließenden Video werden die verschiedenen Glasarten noch einmal direkt miteinander verglichen.

Glasarten im Vergleich - von links nach rechts: Normalglas, Antireflexglas, Acrylglas, Museumsglas
Die deutlich reduzierte Reflexion lässt das Motiv klarer sichtbar bleiben.

Was zeigt der Test?

Der Vergleich macht deutlich, dass jede Glasart andere Eigenschaften mitbringt. Normalglas ist robust und vergleichsweise kratzfest, bringt aber ein höheres Gewicht mit und reflektiert deutlich. Antireflexglas reduziert Spiegelungen deutlich durch seine mattierte Oberfläche.

Polystyrol und Acrylglas sind deutlich leichter und bruchsicher. Dafür sind ihre Oberflächen empfindlicher gegenüber Kratzern und können sich statisch aufladen. Museumsglas reduziert Reflexionen besonders stark und verbindet diese Eigenschaft mit einer klaren Bildwiedergabe.

Gut zu wissen

Optium Acrylic: Optium Acrylic ist ein entspiegeltes Kunstglas, das sich nicht statisch auflädt und dadurch weniger Staub und Fusseln anzieht. Die Oberfläche lässt sich einfach reinigen und ist durch eine zusätzliche Beschichtung kratzfester.

Welches Glas für Ihre Einrahmung geeignet ist, hängt vom Bild, vom Format, vom Standort und den gewünschten Eigenschaften ab. Der Test macht die Unterschiede sichtbar und ergänzt damit die technischen Informationen zu den einzelnen Glasarten.

Möchten Sie mehr über die verschiedenen Glasarten erfahren? Hier finden Sie unsere ausführliche Erklärung zu den einzelnen Glasarten.

Welches Bilderglas passt zu welchem Anspruch?

Wichtig ist Ihnen …Interessant ist …
ein klassisches und robustes BilderglasNormalglas
weniger störende SpiegelungenAntireflexglas
möglichst geringes GewichtPolystyrol oder Acrylglas
BruchsicherheitKunstglas
sehr geringe Reflexion und klare BildwiedergabeMuseumsglas
zusätzlicher UV-SchutzMuseumsglas oder geeignetes UV-schützendes Kunstglas

Fazit: Glasarten im praktischen Vergleich

Unser Test zeigt die Unterschiede zwischen den verschiedenen Bildergläsern direkt in der Praxis. Normalglas überzeugt durch seine robuste Oberfläche, Antireflexglas reduziert Spiegelungen durch eine mattierte Oberfläche. Polystyrol und Acrylglas punkten vor allem mit geringem Gewicht und Bruchsicherheit.

Museumsglas setzt den Schwerpunkt auf eine besonders geringe Reflexion und eine klare Bildwiedergabe. Welche Glasart die richtige ist, hängt deshalb davon ab, welche Eigenschaften bei der Einrahmung besonders wichtig sind.

Weitere Informationen zu den Eigenschaften der einzelnen Glasarten finden Sie in unserem ausführlichen Beitrag: Glasarten bei Bilderrahmen.

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