Glasarten bei Bilderrahmen
Welches Bilderglas ist das Richtige für mich und mein Bild?

Entscheidet man sich dafür ein Bild, eine Fotografie oder ein anderes Objekt in einem Bilderrahmen einzurahmen, dann stellt sich ganz schnell die Frage nach dem passenden Bildglas. Denn Glas nicht gleich Glas und die Unterschiede in der Wirkung, Qualität und den konservatorischen Eigenschaften sind ähnlich groß wie die im Preis. Ob man nun deutlich mehr Geld für ein Museumsglas ausgeben sollte oder ob das gewöhnliche Normalglas nicht auch vollkommen ausreicht: Darüber und über weitere Aspekte zur Wahl des richtigen Bildglases möchten wir Ihnen hier gerne einen Überblick verschaffen.

Als persönliche Zusammenfassung des folgenden Beitrages kann man als Empfehlung wohl sagen, dass das gewöhnliche Normalglas in den meisten Fällen und für die gängigen Bedürfnisse vollkommen genügt. Einfaches Antireflexglas kann eine Option sein, ist aber auch mit Nachteilen verbunden. Unter direkter Sonnenbestrahlung sollten Sie sich wohl lieber für ein (Antireflex-)Acrylglas oder besser für ein UV-Museumsglas entscheiden, um das Bild vor dem Ausbleichen zu schützen und besonderes beim Museumsglas zusätzlich einen perfekten und nahezu blendfreien Bildgenuss zu erzielen.

Warum überhaupt ein Glas im Bilderrahmen nutzen?

Geschliffenes Glas schützt vor Verletzungen

Gläser sind in Bilderrahmen bereits so selbstverständlich, dass sich die meisten Menschen vermutlich noch nicht ernsthaft Gedanken darüber gemacht haben, warum dieses Glas dort überhaupt eingesetzt wird und welchen Mehrwert es bietet.

Glas erfüllt zunächst einen ganz praktischen Nutzen: Es verhindert schlichtweg, dass das Bild vorne aus dem Rahmen herausfällt. Insbesondere flache Fotos, Drucke und Zeichnungen würden ohne den vollflächigen Anpressdruck zwischen Scheibe und Rückwand nicht im Bilderrahmen halten. Ganz kleine Bildformate mögen da vielleicht noch eine Ausnahme sein, aber mit zunehmender Bildgröße reicht der alleinige Anpressdruck des Bilderrahmenprofils nicht mehr für den Halt aus. Die Falzbreite des Profil, von der das Glas, Bild und die Rückwand im Rahmen gehalten werden, beträgt nämlich lediglich ca. 0,5-0,7 cm umlaufend. Bilder, die auf Papier gedruckt, gezeichnet oder gemalt sind sowie Kollagen rahmt man fast ausnahmslos hinter Glas ein.

Öl- und Acrylbilder auf gespannter Leinwand oder Holzplatten sowie moderne Alu-Dibond-Bilder benötigen hingegen kein Glas, denn sie sind bereits sehr formstabil und besitzen bereits einen gewissen Oberflächenschutz. Hier genügt ein Leerrahmen ohne Glas und ohne Rückwand vollkommen aus. Eine Ausnahme hiervon machen gerne Museen, denn hier handelt es sich um wertvolle und alte Kunstwerke, die insbesondere vor Berührungen und Beschädigungen durch Besucher geschützt erden sollen.

Ein weiterer Nutzen des Bildglases ist, dass das Bild vor physischen Umwelteinflüssen und Beschädigungen wie Stößen, Feuchtigkeit, Insekten und Schmutz geschützt wird. Hochwertige Bildgläser bieten aber noch mehr: Sie schützen vor UV-Strahlungen, die das Bild mit der Zeit ausbleichen, sie mindern störende Reflexionen durch Lichtquellen und es gibt leichte und bruchsichere Acrylgläser, die insbesondere in großen Formaten und in öffentlichen Einrichtungen häufig zum Einsatz kommen.

Normalglas bzw. glänzendes Klarglas

Ein herkömmliches Glas, wie es auch vor allem für die herkömmliche Einfachverglasung von Fenstern benutzt wird, ist bei den meisten Bilderrahmen der Standard. Bei direkten Lichteinfall reflektiert es recht stark, warum es auch mitunter als glänzendes Glas bezeichnet wird. Normalglas ist gewöhnlich ca. 2 mm stark. Günstiges Glas aus Fernost kann geringfügig dünner sein, teurere Premium-Bilderrahmen werden mit dickeren Scheiben von 2,4-3 mm gefertigt. Dickere Scheiben wirken natürlich wertiger und sind insbesondere bei großen Formaten auch stabiler. Da Glas aber ein recht hohes Gewicht von ungefähr 5 kg pro m² hat, werden insbesondere große Bilderrahmen mit dickem Glas sehr schnell recht schwer.

Vorteile Normalglas

  • günstig
  • kratzfest

Nachteile Normalglas

  • spiegelnd
  • Bruchgefahr
  • kein UV-Schutz
  • hohes Gewicht in großen Formaten

Unterschied Grünglas und Weißglas

Gewöhnliches Normalglas hat eine leichte Grünfärbung, was man besonders gut an der Schnittkante erkennen kann. Diese Verfärbung ist auf den Eisenoxyd-Anteil im Glas zurückzuführen. Der leichte Grünstich verfälscht natürlich auch die Farben des Bildes, insbesondere auf weißen Flächen kann das stören. Abhilfe schafft hier ein höherwertiges Weißglas, welches genau aufgrund seiner farbneutralen Fertigung seinen Namen trägt. Vergleich zu Normalglas besitzt Weißglas einen reduzierten Eisenoxyd-Anteil und wirkt weiß statt grün. Also ist Weißglas insbesondere bei hellen Bildmotiven durchaus eine Überlegung wert, da es eine unverfälschte Farbwiedergabe ermöglicht.

Schnittkante Grünglas
Schnittkante Weißglas

Unterschied Floatglas und Maschinenglas

Im Gegensatz zum Maschinenglas ist Floatglas deutlich hochwertiger und weist keine störenden Unregelmäßigkeiten im Glas auf. Der Begriff „float“ kommt aus dem Englischen und bedeutet „fließen“, was sich auf den Herstellungsprozess bezieht. Floatglas wird als Flachglas nämlich in einem Fließprozess hergestellt. Hierbei wird das 1.100 °C erhitzte zähflüssige Glas fortlaufend in ein längliches Bad aus flüssigem Zinn gegossen. Das leichtere Glas schwimmt nun in diesem Bad und breitet sich gleichmäßig aus. Dank der Oberflächenspannung des Zinns erhält das Glas eine sehr glatte und homogene Oberfläche. Das sich nun abkühlende Glas wird kontinuierlich aus dem Zinnbad herausgezogen und durchläuft einen Kühlofen, in dem es heruntergekühlt wird. Aufgrund des enthaltenen Eisenoxyds erscheint das Glas leicht grünlich.

Eine günstigere Option wäre das Maschinenglas, welches nicht gefloatet, sondern gewalzt wird. Hierdurch leidet aber der optische Effekt, da wellige Strukturen auf diesem Glas zu erkennen sind. Man sieht solche Unregelmäßigkeiten mitunter an alten Fensterscheiben. Für die Bildeinrahmung ist daher das hochwertigere Floatglas zu empfehlen und mit Ausnahme einiger Importrahmen aus Fernost in der Bilderrahmenbranche eigentlich Standard.

Antireflexglas

Normalglas (li) vs. Antireflexglas (re)

Antireflexglas kann eine gute Wahl sein, wenn Ihr Bild mehreren oder starken Lichtquellen ausgesetzt ist und Sie die störenden Reflexionen verringern möchten. Die Oberfläche des Antireflexglases ist mittels eines speziellen Ätzverfahrens mikrofein angeraut. Die mattierte Oberfläche zerstreut das einfallende Licht und vermindert somit die direkten Reflexionen. Spiegelungen werden dadurch diffus und weniger störend. Komplett reflexfrei ist dieses Glas jedoch nicht. Antireflexglas ist übrigens auch als bruchsicheres und leichtes Acrylglas erhältlich.

Antireflexglas ist also matter und weniger glänzend als das normale Glas, was sich aber auch geringfügig auf die Farbbrillanz auswirkt. Die optische Intensität der Farben leidet nämlich auch unter der Mattierung des Glases. Zudem muss Antireflexglas immer direkt auf dem Bild liegen, da bei diesem Mattglas mit zunehmendem Abstand zum Bild die Durchsicht immer trüber und milchiger wird. Daher ist einfaches Antireflexglas auch nicht für Bilderrahmen mit Distanzleiste oder Passepartouts geeignet und wird dort auch nicht angeboten. In diesen Fällen ist sogenanntes interferenzoptisch entspiegeltes Museumsglas eine Alternative. Es ist zwar deutlich teurer als mattiertes Antireflexglas, dafür ist es deutlich reflexärmer, die Farben wirken viel brillanter und es bietet zudem einen UV-Schutz.

Vorteile Antireflexglas

  • vergleichsweise günstig
  • kratzfest
  • Minderung der Reflexionen

Nachteile Antireflexglas

  • matte Oberfläche
  • geringe Farbverfälschung
  • nicht für Passepartouts und Distanzrahmen geeignet
  • hohes Gewicht in großen Formaten
  • Bruchgefahr
  • kein UV-Schutz
  • hohes Gewicht in großen Formaten

Museumsglas

Der landläufige Begriff Museumsglas hat sich deswegen eingebürgert, weil mit „Museum“ intuitiv hohe und konservatorische Qualitätsanforderungen verbunden werden. Hierbei handelt es sich um interferenzoptisch entspiegeltes Bildglas, welches in verschiedenen UV-Schutzvarianten angeboten wird. Mit einem Museumsglas reduzieren Sie störende Lichtreflexionen auf das wirkliche Minimum von ca. 1%. Standardglas reflektiert einfallendes Licht im Vergleich mit ca. 10%. Dieser Unterschied ist wirklich signifikant und wer einmal mit Museumsglas vertraut geworden ist, der möchte eigentlich kein normales Glas mehr für seine Bilderrahmen verwenden.

Aber was unterscheidet blendfreies Museumsglas von gewöhnlichem Antireflexglas? Normales Antireflexglas besitzt eine fein mattierte Oberfläche, die das einfallende Licht zerstreut und damit direkte Reflexionen verringert. Museumsglas besitzt hingegen eine äußerst kratzfeste interferenzoptische Beschichtung, die einfallende Lichtwellen filtert und neutralisiert. Das Glas ist somit nahezu unsichtbar und als solches im Bilderrahmen kaum zu erkennen. Daher ist die Farbwiedergabe auch unter weniger optimalen Beleuchtungsbedingungen sehr authentisch. Durch die Beschichtung des Museumsglases lassen sich zudem verschiedene UV-Schutzstufen von bis zu 99% realisieren. Somit vereint das praktisch unsichtbare Museumsglas einen unverfälschten Bildgenuss mit einem dauerhaften Schutz vor schädlichen Umwelteinflüssen.

Bemerkung aus der Praxis:

Obwohl das Museumsglas nahezu unsichtbar ist und Reflexionen auf ein Minimum reduziert werden, sind direkte Lichtquellen trotzdem auf dem Glas erkennbar. Eine direkt auf das Bild leuchtende Lampe spiegelt sich, wenn auch deutlich vermindert, trotzdem auf dem Glas wieder, wenn Sie den Blick darauf fokussieren. Auch das beste Museumsglas ist nur 99% und nicht 100% blendfrei. Bei einem direkten Anblick ist nahezu keine Reflexion erkennbar, bei einem seitlichen Anblick erkennt man aber geringe Restreflexionen. Auch der UV-Schutz ist nicht 100%, verzögert aber das Ausbleichen trotzdem deutlich. Daher sind in Museumsgalerien trotz UV-Glas meistens die Räume abgedunkelt und frei von Tageslicht. Seien Sie sich aber gewiss: Der optische und konservatorische Gewinn von Museumsglas zu Klarglas ist trotzdem riesig!

Tipp: Wenn es Ihnen primär um den UV-Schutz geht, dann ist gewöhnliches Acrylglas eine günstige Alternative zu Museumsglas. Denn Acrylglas hat von Hause aus einen UV-Schutz von ungefähr 90%, was bereits in der oberen Liga von UV-Museumsglas liegt.

In der Vergangenheit war Museumsglas sehr preisintensiv und wurde daher nur zur Einrahmung wertvoller Kunst genutzt. Mittlerweile sind die Herstellungskosten deutlich gesunken und die Preise sind nun auch für den Privatkunden erschwinglich geworden. Somit ist Museumsglas über seinen konservatorischen Schutz hinaus zu einer attraktiven Alternative zum gewöhnlichen Antireflexglas geworden und findet zunehmend auch für die Einrahmung von Kunstdrucken und Fotos in vielen Hauswalten Verwendung.

Vorteile Museumsglas

  • praktisch unsichtbar
  • kratzfest
  • UV-Schutz
  • unverfälschte Farbwiedergabe

Nachteile Museumsglas

  • teuer

Warum bleichen Bilder in der Sonne aus?

UV-Glas schützt Ihr Bild vor dem Ausbleichen

Es gibt sichtbares und unsichtbares, ultraviolettes (UV) Licht. Das UV-Licht besitzt besonders energiereiche „Energiepakete“, die sogenannten Photonen. Die Energie des einzelnen UV-Photons ist in Relation zu anderen Molekülen sehr hoch. Trifft dieses energiereiche Photon nun auf das Farbmittel am Bild, kann dies zu einem Auseinanderbrechen des Farbmittelmoleküls führen, wenn die aufgenommene Energie nicht möglichst schnell an Umgebung abgegeben wird. Dies geschieht auch, nämlich durch Schwingungen. Hierdurch wird die Lichtenergie in Wärme umgewandelt.

Jeder kennt dieses Phänomen von schwarzen Gegenstände, die viel Licht absorbierten und in der Sonne schnell heiß werden. Aber auch Wäsche und Haare bleichen in der direkten Sonne aus und werden weiß bzw. blond. Obwohl die hohe UV-Lichtenergie also an die Umgebung der Farbmoleküle abgegeben wird, kommt es über die Zeit trotzdem zu Verlusten und die Moleküle werden unter dem Dauerbeschuss der Photonen kontinuierlich zerstört. Die Farbe verändert ihre Reflektionseigenschaften und verblasst.

Wenn Ihnen Ihr Bilde also etwas Wert ist, dann sollten Sie es mit einem UV-Glas schützen. Auch Fotos in Tischrahmen sind häufig unwiederbringliche Erinnerungen, hier können Sie das Bildglas nachträchlich austauschen. Eine günstigere Alternative zu teurem UV-Museumsglas ist übrigens gewöhnliches Kunst- bzw. Acrylglas, welches immer über einen recht hohen UV-Schutz verfügt.

UV-Schutz der Bildgläser im Vergleich

  • Normalglas: -
  • Antireflexglas: -
  • Museumsglas: 60-90% (je nach Ausführung)
  • Acrylglas: ca. 90%

Lichtreflexionen im Vergleich

  • Normalglas: ca. 8%
  • Museumsglas: ca. 1%

Kunstglas und Acrylglas

Plexiglas®, Acrylglas oder Kunstglas sind verschiedene Begriffe für Kunststoffglas. Die Eigenschaften und Vorteile von Kunstglas werden häufig unterschätzt, hat doch das Kunstglas mitunter einen minderwertigen Ruf. Das Gegenteil ist aber der Fall, nicht nur weil Acrylglas in der Regel sogar deutlich teurer ist als Normal- und Antireflexglas.

Ein entscheidender Vorteil von Kunstglas ist, dass es bruchsicher ist. Wenn der Bilderrahmen einmal von der Wand fällt, wenn Kinder einen Ball auf den Rahmen schießen oder wenn Sie bei häufigen Bildwechseln insbesondere in großen Formaten ungerne mit einer empfindlichen und mitunter scharfkantigen Scheibe hantieren möchten: In diesen Fällen sind Sie froh, wenn der Bilderrahmen eine Acrylscheibe besitzt. Zumal bei einem Glasbruch nicht selten das Bild durch die Scherben beschädigt wird. Aber auch beim Versand von Bilderrahmen werden dank Kunstglas unnötige Transportschäden vermieden, denn mit zunehmender Größe steigt auch das Glasbruchrisiko deutlich. Daher werden große Bilderrahmen häufig auch nur mit bruchsicherem Kunstglas im Onlinehandel angeboten.

Übrigens: Da Acrylglas recht kratzempfindlich ist, wird es ab Werk mit einer dünnen Schutzfolie versehen, die auch noch beim Zuschnitt der Scheibe vorhanden ist. Wenn Sie also einen Bilderrahmen mit Kunstglas bestellen, müssen Sie in der Regel zunächst diese Schutzfolie von beiden Seiten der Scheibe entfernen. Etwaige Kratzer und Striemen sind meistens nur auf dieser mitunter schlecht erkennbaren Schutzfolie und dringen selten auf der Acrylglasscheibe durch.

Das deutlich geringere Gewicht von Kunstglas im Vergleich zu Echtglas ist ein weiterer Vorteil, insbesondere bei großen Bilderrahmen. So wiegt bspw. im Format DIN A0 alleine die Glasscheibe ca. 5 kg. Große Bilderrahmen sind also mit Echtglas unhandlich und ziemlich schwer. Daher müssen sie auch besonders sicher an der Wand montiert werden, damit der Bilderrahmen nicht versehentlich herunterfällt und im schlimmsten Fall jemand verletzt wird. Daher setzen insbesondere öffentliche Einrichtungen und Kitas auf das leichte und bruchsichere Kunstglas.

Ein weiterer Vorteil von Acrylglas ist der recht hohe UV-Schutz von ungefähr 90%, den jedes Kunstglas bietet. Damit wird das Bild auch bei direkter Sonneneinstrahlung recht gut vor dem Ausbleichen geschützt.

Zwei Wermutstropfen gibt es aber bei Kunstglas: Im Vergleich zum recht unempfindlichen Echtglas ist Kunstglas ziemlich kratzempfindlich. Sie sollten also bei dem Putzen auf einen weichen Lappen und unbedenkliche Putzmittel achten. Zudem ist Kunstglas elektrostatisch aufgeladen und zieht Staub und feine Partikel an. Bei Kohlezeichnungen oder Pastellarbeiten und Bleistiftskizzen sollte kein Acrylglas verwendet werden, da es durch die antistatische Aufladung Pigmentpartikel vom Bild an das Bildglas ziehen kann.

Kunstglas gibt es übrigens auch als Antireflexglas. Das Kunstglas der Marke Mira verfügt übrigens über eine mattierte und eine spiegelnde Seite. Somit kann es optional auch als Antireflexglas genutzt werden, wenn die mattierte Seite nach oben gedreht wird.

Vorteile Kunstglas

  • bruchsicher
  • leichtes Gewicht
  • guter UV-Schutz
  • für große Formate geeignet
  • keine Beschädigung des Bildes durch Glasbruch möglich

Nachteile Kunstglas

  • kratzempfindlich
  • teurer als Echtglas
  • antistatisch

ESG und VSG Bilderglas

ESG ist die Abkürzung für Einscheibensicherheitsglas und ist insbesondere von Auto-Frontscheiben und Glas- sowie Duschtüren bekannt. Dieses Glas ist sehr widerstandsfähig, stoß- und schlagfest. Bei einem Glasbruch zerfällt ESG in kleine Glasbruchstücke, die verletzungshemmend sind. Nachteilig ist das hohe Gewicht, denn durch den Mehrschichtaufbau ist ESG 4 mm stark und damit doppelt so dick und schwer wie gewöhnliches Glas. Durch die massivere Bauweise und das schwere Gewicht ist ESG für viele Bilderrahmen zu schwer und zu dick. Zudem lässt es sich nur schwer verarbeiten und kommt daher bei Bilderrahmen nur selten zum Einsatz.

Bei VSG handelt es sich um Verbundsicherheitsglas. Im Gegensatz zu ESG zerfällt das Glas bei Beschädigung nicht in kleine Bruchstücke, sondern bleibt als Ganzen erhalten, wenn auch beschädigt. Die in das Glas eingearbeitete Folie verhindert das Auseinanderfallen in einzelne Scherben. Als Verbundsicherheitsglas hat sich das Mirogard Protect von Schott in Museen einen Namen gemacht. Selbst bei Vandalismus ist das Bild geschützt und kann nicht durch etwaige Scherben beschädigt werden.

ESG und VSG kommen vorwiegend im öffentlichen Raum zum Einsatz, wo von beschädigten Glasscheiben und deren Scherben keine Gefahr für Mensch und Kunstwerk ausgehen darf.

Bilderglas für den Brandschutz

B1-Bilderrahmen Alpha

Auch im vorbeugenden Brandschutz ist Bilderrahmenglas ein nicht zu unterschätzendes Thema. Insbesondere öffentliche Einrichtungen sind immer häufiger dazu angehalten, feuerfeste Bilderrahmen der Baustoffklasse B1, in Fluchtwegen sogar der Baustoffklasse A1 anzuschaffen. Hier gibt es auch verschiedene zertifizierte Brandschutzrahmen zu kaufen, jedoch ausschließlich mit bruchgefährdetem Echtglas oder mit teurem und schwerem ESG. Echtglas ist mineralischen Ursprungs und ähnlich wie der Aluminium-Bilderrahmen von Hause aus feuerfest. Bruchsicheres und leichtes Acrylglas hingegen, welches für öffentliche Einrichtungen häufig gefordert wird, ist als Kunststoffglas natürlich brennbar bzw. entwickelt einen starken toxischen Rauch und kann daher nicht zertifiziert werden.

Öffentliche Einrichtungen stehen somit vor einem Dilemma: Auflagen fordern häufig feuerfeste Bilderrahmen und bruchsicheres Bilderglas, was sich bei den meisten Modellen ausschließt. Da ESG kein Standardglas und zudem sehr schwer, dick und teuer ist, wird es nur bei wenigen Brandschutzrahmen angeboten.

Tipps zur Reinigung

Für Normal- bzw. Antireflexglas sowie ESG & VSG empfiehlt sich ein herkömmlicher Glasreiniger oder einfach nur Wasser. Hier können Sie im Grunde nicht viel verkehrt machen, dieses Glas ist vergleichbar mit Fensterglas.

Das Museumsglas verfügt über eine Beschichtung, auf der Rückstände des Reinigers leichter erkennbar sind. Hier sollten Sie die Scheibe nur mit klarem Wasser reinigen, ggf. einen kleinen Schuß Spiritus hinzugeben.

Kunstglas ist hingegen recht empfindlich und hier dürfen Sie kein alkohol- oder lösungsmittelhaltiges sowie kein scheuerndes Putzmittel zur Reinigung nutzen. Geeignet sind hier klares Wasser und ein trockenes oder leicht angefeuchtetes Baumwoll- oder Mikrofasertuch, besser noch ein spezieller Acrylglasreiniger in Kombination mit Anti-Statik-Tüchern.