Wie rahme ich ein Bild?
Clevere Tricks vom professionellen Einrahmer ergeben ein schönes Gesamtbild.

Halten Sie ein Bild in den Händen, das Sie einrahmen möchten? Der Bilderrahmen schützt das Werk, wertet es optisch auf und ermöglicht eine unkomplizierte Wandaufhängung. Wie gelingt Ihnen eine zuverlässige, saubere und schöne Rahmung?

Wir erklären Ihnen, welche Aspekte des Bildes Sie vor dem Rahmenkauf berücksichtigen sollten, welche Utensilien Sie benötigen und fassen die einzelnen Arbeitsschritte der Montage zusammen.

Übrigens betrachten wir in diesem Artikel lediglich die Einrahmung flacher Bilder, genauer Zeichnungen, die auf Papier gefertigt wurden, Fotos, Poster, Drucke u.Ä. Sollten Sie stattdessen ein auf Keilrahmen gespanntes Gemälde einrahmen wollen oder in Besitz eines Kunstwerks auf Holzplatte oder Alu-Dibond sein, dann könnte die Einrahmung mit einem Schattenfugenrahmen infrage kommen.

Wichtige Vorüberlegungen zum Bild

Bevor Sie Ihr Bild richtig im Rahmen montieren können, sollten Sie es genau betrachten. Sobald Sie die Eigenschaften Ihres Bildes kennen, wissen Sie auch, auf was Sie beim Rahmen und der Montagetechnik achten sollten. Diese fünf Aspekte spielen eine zentrale Rolle:

  • Das Bildformat: Messen Sie Ihr Bild zunächst aus. Welche Länge hat es? Welche Breite? Oder sind alle vier Seiten gleich lang? Dementsprechend fällt die Wahl entweder auf einen Standard-Rahmen, einen Bilderrahmen nach Maß oder ein Passepartout mit individuellem Innenausschnitt und in Standard-Außenformat. In unserem Online-Shop bieten wir Bilderrahmen immer im Bildformat an.
  • Die Bildfarben: Sind die Farben eher pastos, krümelig oder sehr wasserhaltig? Ein Abstand zum Bilderglas kann in allen Fällen wichtig sein.
  • Der Bildträger: Wie stark und dementsprechend fest ist das Papier?

 

  • Der Zustand des Bildes: Müssen Sie hier und da einen Schönheitsfehler kaschieren? Kleine Risse und Flecken an den Bildkanten verschwinden unter einem Passepartout.
  • Der Wert: Wollen Sie ein Foto einrahmen, wovon Sie mehrere Abzüge haben; ein Poster, das schnell nachbestellt werden kann? Oder handelt es sich um ein seltenes Sammlerstück bzw. ein Werk, das einen hohen persönlichen Wert für Sie darstellt? In letzterem Falle sollten Sie auf hochwertiges Material achten, um das Werk zu schützen und zu erhalten.

Vor der Montage: Woraus setzt sich ein Bilderrahmen zusammen?

Der klassische Bilderrahmen besteht aus vier Rahmenleisten (auch Rahmenschenkel genannt), einer Rückwand und Glas. Diese drei Bestandteile können Sie noch um ein Passepartout und ein säurefreies Papier bzw. dünnen Passepartout-Karton, der zwischen Rückwand und Bild gelegt wird, ergänzen.

Bei Bilderrahmen mit hohem Rahmenfalz können Sie als Alternative zum vorderseitigen Passepartout auch eine Distanzleiste (auch Abstandhalter genannt) in das Profil einsetzen.

Tipp: Entdecken Sie unseren praktischen Rahmenfilter im Shop! Spielen Sie mit den verschiedenen Filtereinstellungen und sortieren Sie die Ergebnisse nach Preis, Farben und Größen.

Bilder vor dem Einrahmen richtig aufbewahren

Der Zustand des Bildes entscheidet auch über die Möglichkeiten bei der Einrahmung. Aquarell-Bilder und Bilder aus Wasserfarben wellen sich oft, nachdem sie getrocknet sind. Bilder, die aus wasserhaltigen Farben bestehen, sollten Sie daher am besten mit einem Nassklebeband oder einem säurefreien Klebeband auf Papier aufspannen und in einer Kunstmappe aufbewahren. Bei Fotos empfiehlt es sich, diese in einem Fotoalbum aufzuheben, wo Sie sie auf säurefreien Fotokarton am besten mittels Fotoecken fixieren. Die Pergamin-Schutzseiten verhindern, dass die Fotos im Album zusammenkleben.

Wichtige Utensilien für die Einrahmung

Die vier Rahmenleisten stellen das Grundgerüst eines klassischen Bilderrahmens dar.

  • Bilderrahmen, bestehend aus Rahmenleisten, Glas und Rückwand
  • nach Belieben Passepartout mit Bildausschnitt
  • säurefreien Karton oder dünnen Passepartout-Karton
  • Baumwollhandschuhe
  • Filzpads
  • Glasreiniger und fusselfreies Tuch
  • Nassklebeband oder säurefreies Klebeband

Die ersten Schritte beim Einrahmen

Am besten arbeiten Sie auf einer glatten und sauberen Unterlage. Ziehen Sie Baumwollhandschuhe an, damit Sie weder auf dem Glas noch auf dem Bild Fingerabdrücke hinterlassen. Öffnen Sie den Bilderrahmen und entnehmen Sie das Bilderglas. Sprühen Sie das Glas mit Reiniger ein und wischen Sie es mit einem fusselfreiem Tuch sauber.

Zum Stichwort „Bilderrahmen öffnen“: Die meisten Bilderrahmen lassen sich von hinten öffnen und verschließen. Dafür muss nur die Rückwand entnommen werden. Es gibt aber auch Bilderrahmen, die sich von der Seite oder von vorne montieren lassen. In unserem Magazinartikel zu den Wechselrahmen erfahren Sie mehr über die verschiedenen Verschlussarten.

Dank kleiner Filzpads scheuert der Bilderrahmen später nicht an der Wand.

Das Bild aufkaschieren

Sie sollten Fotos und Poster ab einem Format von 30 x 40 cm vor dem Einrahmen aufkaschieren. Beim Kaschieren wird das Foto oder Poster auf einen selbstklebenden Karton aufgezogen (das wird übrigens auch beim Einrahmen eines Puzzles oder eines Diamond-Painting empfohlen). Sobald es auf einem festeren Karton aufgezogen ist, wellt sich das Bild nicht im Rahmen, ist haltbarer und sieht wertiger aus.

Rahmen Sie Ihr Bild zusammen mit einem Passepartout ein

Es gibt viele gute Gründe, das Bild mit einem Passepartout zu rahmen: Es wird besser vor schädlichen Umwelteinflüssen wie UV-Strahlung, Säure und Feuchtigkeit geschützt und wirkt schöner und professioneller.

Drehen Sie das Passepartout auf die Rückseite und kleben Sie das Bild hinter dem Bildausschnitt fest. Fixieren Sie das Bild mit dem säurefreien Klebeband oder dem Nassklebeband bestenfalls nur auf einer Seite, d.h. auf der Rück- und nur der oberen Seite des Passepartouts. Andernfalls könnte sich das im Karton fixierte Bild nach einer Weile verziehen und wellig werden. Das Bild muss sich ausdehnen können. Inwiefern ausdehnen?, fragen Sie sich womöglich. Das Bild ist auf Papier gedruckt bzw. gemalt, also einem Material, das aus Pflanzenfasern (meist Holzfasern) besteht. Ebenso wie sich Holzmöbel aufgrund der wechselnden Temperatur und Feuchtigkeit verziehen können, arbeitet auch Papier. Das passiert im Vergleich zu Holzmöbeln natürlich in minimaler Form, aber wäre das Bild auf allen vier Seiten festgeklebt, stünde es dennoch unter stärkerer Spannung, die sich nicht gleichmäßig verteilen könnte.

Anmerkung zur richtigen Passepartout-Größe: Die Außenmaße des Passepartouts können, müssen aber nicht, dieselben wie die des Bildes sein. Sie sollten es vor allem dann hinter dem Bildausschnitt mit einem Klebestreifen fixieren, wenn es wesentlich kleiner als die Außenmaße des Passepartouts ist, weil es sonst verrutschen würde. Beim Passepartout ist v.a. das Maß des Innenausschnitts wichtig, weil dieses Maß darüber entscheidet, wieviel vom Bild sichtbar bleibt. Der Innenausschnitt hat nie dieselben Maße wie das Bild, damit es nicht durch den Innenausschnitt fällt.

Wissenswertes zu den Klebebändern: Für Aquarelle ist ein Nassklebeband die beste Lösung. Allerdings können Sie das Nassklebeband nicht mehr vollständig vom Bild abziehen, wenn Sie eines Tages das Passepartout auswechseln möchten. Sie können das Nassklebeband lediglich mit einem Cutter entlang der Bildkante wegschneiden. Schmalere Klebebänder in Museumsqualität (ähnlich wie Kreppband) sind ebenfalls säurefrei, lassen sich aber auch wieder komplett vom Bild lösen.

Von herkömmlichen Paketklebeband raten wir ab, auch wenn es vielleicht gut halten mag. Es ist aber nicht säurefrei und kann das Papier beim Versuch, es vom Passepartout zu lösen, verletzen.

Kleben Sie das Bild hinter dem Passepartout nur auf einer Seite und mit säurefreiem Klebeband fest.

Das Bild auf die Rückwand des Rahmens legen

Vergessen Sie nicht, Ihr Bild auch von hinten vor Säure und Feuchtigkeit zu bewahren. Bevor Sie das Bild zusammen mit dem Passepartout auf die Rückwand auflegen, sollten Sie an ein säurefreies Schutzpapier oder einen schmalen Passepartout-Karton denken. Viele Rahmen-Rückwände bestehen aus MDF oder HDF, beide aus Holzfasern geleimte Platten, die jedoch säurehaltig sind. Der dünne Passepartout-Karton bzw. das Schutzpapier schirmen Ihr Bild davor ab.

Übrigens: Anstatt den rückseitigen Karton lose auf die Rückwand zu legen, können Sie diesen auch mit dem vorderen Passepartout an einer Seite mit Klebeband zusammenkleben. Das Ergebnis ist ähnlich einer Mappe, die Sie auf- und zuklappen können.

Die Glasscheibe auf das Bild legen

Sobald das Bilderglas sauber und trocken ist, können Sie es auf das Bild legen. Hier ist es wichtig, dass Sie mit den Baumwollhandschuhen arbeiten, denn Fingerabdrücke stören den Bildgenuss und wirken unprofessionell.

Die letzten Handgriffe beim Einrahmen

Sobald alle Bestandteile aufeinander liegen, kann man rundherum noch mit einem Nassklebeband Glas, Passepartout, Bild, hinteres Schutzpapier und Rückwand verschließen, um Staubfreiheit zu garantieren. Verschließen Sie den Bilderrahmen. Bringen Sie zu guter Letzt kleine Filzpads auf der Rückseite der Rahmenleisten an –am besten an den vier Gehrungsecken-, damit der Rahmen später an der Wand nicht scheuern kann.

Mit prüfenden Blick die Einrahmung auf Staubeinschlüsse prüfen- fertig ist die professionelle Bildeinrahmung!

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Diese sorgfältige Einrahmung unterstreicht die ästhetische Wirkung des Bildes, kreiert ein harmonisches Spiel zwischen Bild und Inneneinrichtung und schützt es vor schädlichen Umwelteinflüssen für eine langanhaltende Schönheit.

 

Fertig gerahmt! Wissen Sie schon, wo Sie Ihr Bild zuhause aufhängen möchten?

 

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