Keilrahmen für Leinwände

Der Keilrahmen

Keilrahmen gehören zum Handwerkszeug eines jeden Künstlers, der mit Öl oder Acryl arbeitet. Doch erst wenn der Keilrahmen mit Stoff bespannt ist erkennt man, dass es sich eigentlich um gar keinen „Rahmen“ im klassischen Sinn handelt, sondern um das eigentliche Grundelement eines Kunstwerkes: Die bespannte Leinwand. Diese gibt es übrigens nicht erst seit diesem Jahrhundert. Schon um 15 Jh. wurden die ersten Malereien auf bespannter Leinwand gemalt. Wieso sich die Leinwand bis heute bewährt und wie man die Leinwand eigentlich richtig bespannt, erfahren Sie hier.

Keilrahmen – einfache Holzleisten oder doch mehr?

Keilrahmen sind ein Naturprodukt auch Fichten- oder KiefernholzDie aus Holz gefertigten Leisten eines Keilrahmens bilden das Grundgerüst für das Gemälde. Deshalb müssen Sie auch bestimmte Anforderungen erfüllen. Die Leisten müssen stabil sein und dennoch atmungsaktiv, um den darauf gespannten Stoff optimal zu unterstützen. Deshalb reicht es auch nicht, einfache Holzleisten aus dem Baumarkt zu holen. Echte Keilrahmenleisten bestehen in der Regel aus Kiefern-, Fichten- oder Tannenholz inzwischen gibt es aber auch Modelle aus Aluminium. Die Besonderheit der Leisten sind spezielle Einschnitte, die nur mit einer besonderen Maschine gemacht werden können. Diese Einschnitte, die jeweils am Ende jeder Leiste vorhanden sind sorgen dafür, dass man die Keilrahmenleisten passgenau im 90° Winkel ineinanderstecken kann, sodass es zu einer festen Eckverbindung kommt. Manchmal wird auch bei größeren Formaten in der Mitte ein Einschnitt gemacht, welcher für die zusätzliche Querstrebe gedacht ist. Der Einsatz einer Querstrebe ist ab einer Länge von 0,8 m oder 1,0 m zu empfehlen. Außerdem gibt es verschiedene Leistenprofile. Die Standardleiste hat meist eine Tiefe von 2cm, also einen Abstand von der Wand von 2cm. Es gibt aber durchaus auch Modelle, die ein schmaleres oder breiteres Profil haben – je nach Geschmack und Größe der Leinwand kann dieses variieren. Der Keilrahmen hat seinen Namen den Keilen zu verdanken, die dazu verwendet werden, mehr Spannung zu erzeugen, wenn die Leinwand nicht genug Spannung hat. Hier wir dann der Keilrahmen aufgekeilt.

Die Bespannung

Wenn das Grundgerüst steht, dann werden die Keilrahmenleisten bespannt. Einige Künstler bemalen den Stoff vor der Bespannung. Das hat den Vorteil, dass das Gemälde am Schluss über Eck bespannt werden kann und somit ein kontinuierliches Bild entsteht, da das Motiv auch auf den Seiten zu sehen ist. Die meisten jedoch bevorzugen es, das Bild auf einer schon bespannten Leinwand zu malen. So kann man den Keilrahmen auch perfekt auf einer Staffelei platzieren. Wenn man sich für die zweite Option entscheidet ist es ratsam erst auszukeilen, wenn das Bild schon trocken ist, da sich das Bild beim Trocknen noch etwas zusammenzieht.

Es gibt eine Vielzahl an Stoffen aus welchen man wählen kann. Leinen, Baumwolle oder Jute und in grober oder feiner Qualität. Die Wahl bleibt ganz dem Künstler überlassen.

Bei der Bespannung kann eine sogenannte Spannzange hilfreich sein, die es einem ermöglicht, den Stoff gleichmäßig zu spannen um ihn dann hinten mit Tackernadeln zu fixieren. Wenn man noch mehr Spannung wünscht oder wenn der Stoff nach einiger Zeit etwas durchhängt, können Keile helfen, alles wieder in Form zu bringen. Diese werden einfach in die Gehrung eingesetzt und spannen die Leinwand, indem sie den Umfang durch sanftes Hämmern vergrößern.

Sehen Sie hier, wie man eine Leinwand ganz einfach selber bespannt:

 

Tipp zum Straffen der Leinwand

Wenn die Leinwand nicht genug spannt und nicht sofort ausgekeilt werden soll, dann kann man mit einem sauberen und feuchten Pinsel oder einer herkömmlichen Sprühflasche von hinten nachhelfen. Einfach etwas Wasser auf die Rückseite der Leinwand auftragen. Wenn die Leinwand trocknet, dann zieht sich der Stoff zusammen und man kann so ein optimales Ergebnis erzielen.

Keilrahmen für Fotoleinwand

Die Bespannung einer Leinwand hat noch mehr Vorteile als nur, dass man den Stoff danach optimal bemalen kann. Der unverwechselbare Tiefeneffekt, der durch das Hervorstehen der Leinwand von der Wand entsteht ist so beliebt geworden, dass inzwischen sogar Kunst- und Fotodrucke auf Leinwand bespannt werden. Dem Ganzen wird noch ein i-Tüpfelchen aufgesetzt, wenn die Leinwand mit einem Schattenfugenrahmen versehen wird.

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