Keilrahmen richtig in einen Bilderrahmen montieren

Gemälde auf bespannten Keilrahmen gehören zu der Crème de la Crème der Kunst. Öl- und Acrylgemälde werden schon seit geraumer Zeit auf Stoff gemalt. Das atmungsaktive Leinen- oder Baumwollgewebe zeigt eine charakteristische Struktur und bietet den richtigen Untergrund für die professionelle Arbeit von Künstlern. Das Ergebnis sieht am Ende auch hochwertiger auf einer Leinwand aus. Häufig werden Kunstwerke auf Leinwand dann einfach so an die Wand gehängt. Für einen gewissen Schutz kann ein sogenannter Schattenfugenrahmen sorgen, der das Kunstwerk als L Profil einfasst. Leider sammelt sich in der Schattenfuge unter Umständen Staub. Die Optik ist zudem nicht für jeden Geschmack geeignet. Doch was tun, wenn der bespannte Keilrahmen allein zu Karg und der Schattenfugenrahmen zu bieder wirkt? In diesem Fall kann man sich für eine Methode entscheiden, die eigentlich die klassischste aller Varianten ist: Ein Bilderrahmen für den Keilrahmen. Dieser bietet Schutz und sieht außerdem noch schick aus. Doch wie wird so eine Rahmung unternommen? Man kann es ganz einfach zu Hause machen. Hier zeigen wir wie!

Keilrahmen vs. Papier

Ein Keilrahmen ist bekannter Weise dreidimensional. Die Leisten, auf welche der Stoff gespannt wird, haben einen gewissen Abstand zur Wand und dienen dazu, den Stoff stramm und in Form zu halten. Keilrahmen gibt es in verschiedenen Ausführungen. Die meisten haben einen Abstand von ca. 2cm von der Wand. Deshalb ist die Einrahmung eines bespannten Keilrahmens anders als das Einfassen eines flachen Papiers.

Besonderheiten der Einrahmung eines Keilrahmens

Eine Besonderheit bei Keilrahmen ist, dass die Farbe, welche auf die Leinwand aufgetragen wurde, egal ob es sich um Öl- oder Acrylfarbe handelt, eine Art Relief ergeben kann. Die Farbe zieht beim Trocknen nicht in das Papier ein, wie es bei Aquarellmalerei zum Beispiel der Fall ist, oft ergibt sich eine dicke Schicht.  Die Einrahmung eines Keilrahmens unterscheidet sich auch deshalb von der Einrahmung eines normalen Motives. Blech zur Montage von KeilrahmenWährend man ohne zu zögern eine Glasscheibe über ein auf Papier gedrucktes Bild machen kann, oder ein Passepartout einsetzt, um einen Abstand zwischen Oberfläche und Glasscheibe des Bilderrahmens zu erzeugen, ist das bei Keilrahmen nicht möglich. Die Oberfläche eines Gemäldes würde schnell am Bildglas kleben bleiben und das Kunstwerk beschädigen. Zudem benötigt Ölfarbe Luft zum Atmen, unter einer Glasscheibe würde die Farbe mit der Zeit austrocken und anfangen zu brechen. Deshalb ist es bei Keilrahmen gängig, Bilderrahmen zu verwenden, die kein Bildglas haben. Es handelt sich um sogenannte Leerrahmen. Diese haben außer dem vorderen Glas auch keine Rückwand. Diese ist bei der Einfassung von auf Keilrahmen bespannten Kunstwerken nicht nötig.

Wie man einen bespannten Keilrahmen in einem Bilderrahmen befestigt

Keilrahmenlaschen ist das Stichwort! Diese robusten und kleinen Metallbleche wirken wahre Wunder und sorgen für eine sichere Verbindung zwischen bespanntem Keilrahmen und Bilderrahmen. Diese Keilrahmenlaschen werden einfach an die Innenkannte der Bilderrahmenleise genagelt. Blech an die Innenfalz des Bilderrahmens nagelnDer Bilderrahmen sollte dabei eine Falztiefe von etwa 2cm haben, wenn es um einen Keilrahmen mit Leisten dieser oder einer kleineren Tiefe handelt. Der Keilrahmen kann anschließend einfach in den Rahmen eingelegt werden. Hier ist Vorsicht geboten, denn der Keilrahmen kann, wenn er ausgekeilt ist, einen größeren Umfang haben. Ein Ausmessen, bevor man den Rahmen bestellt, ist deshalb unbedingt zu empfehlen.

Wenn die bespannte Leinwand dann Platz im Rahmen gefunden hat, werden die herausragenden Zungen der Keilrahmenbleche einfach umgeklappt, sodass sie von hinten auf dem bespannten Keilrahmen aufliegen. Dadurch wird das Gemälde im Rahmen festgehalten. Man muss die Keilrahmenleisten nicht bearbeiten und sie können unberührt bleiben. Wahlweise kann die Lasche aber auch am Keilrahmen befestigt werden, ganz genauso wie am Rahmen. Blech über den Keilrahmen biegen und damit vernagelnDadurch entsteht eine noch festere Verbindung. Diese Methode sollte dann genutzt werden, wenn etwas Spielraum zwischen Rahmen und Keilrahmen ist, damit man genau positionieren kann und ein optimales Ergebnis erzielt. Auch bei größeren Formaten ist es sinnvoll die Lasche an den Keilrahmen zu nageln. In der Regel reichen vier Laschen, eine davon an jeder Seite.

Praktischerweise werden die Keilrahmenbleche im Normalfall automatisch mitgeliefert, wenn man einen Leerrahmen einer gewissen Tiefe bestellt. Bei der Bestellung reicht ein einfacher Vermerk und schon werden die magischen Plättchen kostenfrei beigelegt.

Für welche Keilrahmenbilder ist der Leerrahmen geeignet?

Man kann in einen Leerrahmen eigentlich jedes Motiv einfassen, welches auf Keilrahmen bespannt ist. Wichtig ist, dass die Falztiefe ausreichend Platz für die Tiefe des Keilrahmens bietet. Ob es sich um ein Acryl oder Ölgemälde handelt ist im Grunde egal. Selbst auf Keilrahmen bespannte Fotografien können in Leerrahmen eingefasst werden. In diesem Fall hat die Einfassung in einen Bilderrahmen weniger funktionalen, als ästhetischen Wert. Das Einrahmen in einen passenden Rahmen kann die Optik in jedem Fall um einiges aufwerten. Es gibt dabei eine große Auswahl, die von modernen Bilderrahmenmodellen im minimalistischen Design, bis hin zu barocken Klassikern reichen. Der Vorteil gegenüber einem Schattenfugenrahmen ist die große Flexibilität bei der Auswahl des Rahmens.

Tipp: Damit man den Falz des Bilderrahmens nicht beschädigt, ist zu empfehlen einen Karton unterzulegen, wenn man die Keilrahmenlaschen in die Innenkante des Bilderrahmens nagelt.