Geschichte des Spiegels

Zuerst einer kleinen Oberschicht vorbehalten entwickelte sich der Spiegel nach und nach zu einem dekorativen Alltagsgegenstand für alle.

Der Spiegel heute: ein wichtiger Begleiter des täglichen Lebens

Seit seiner Erfindung vor 8000 Jahren hat sich der Spiegel als Gebrauchsgegenstand ständig weiterentwickelt und nach und nach haben sich auch die Herstellungsmethoden verbessert. Heutzutage können wir es uns nicht mehr vorstellen in einer Wohnung ohne Spiegel zu leben! Jeder von uns hat zuhause wenigstens einen Badezimmerspiegel über dem Waschbecken hängen und für einige ist es das notwendige Minimum. Oft entdeckt man in Wohnungen und Häusern diesen wichtigen Begleiter des täglichen Lebens in vielerlei Ausführungen, zum Beispiel als Standspiegel, als Wandspiegel, auf einer Kommode an die Wand gelehnt oder sogar, wie es der Fall bei Schminktischen und Kleiderschränken ist, im Möbelstück integriert. Spiegel dekorieren vor allem das Schlafzimmer, den Flur oder das Wohnzimmer- dort veredeln sie über dem Kamin den Gemeinschaftsraum.

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Herrliche Wandspiegel

 

Der Mensch blickt in den Spiegel, der Spiegel blickt zurück

Betrachtete sich der Mensch schon immer im Spiegel?

Vor nicht allzu langer Zeit war es tatsächlich keine Selbstverständlichkeit, dem schmückenden Glas sein Lächeln schenken zu können. Wussten Sie schon, dass jahrhundertelang der Spiegel ein absoluter Luxusgegenstand war, den sich nur eine sehr ausgewählte Minderheit leisten konnte?

Runde polierte Metallscheiben kamen einem Spiegel lange Zeit am nächsten. Sie waren nicht größer als ein Teller und könnten vielleicht mit unseren heutigen Kosmetikspiegeln verglichen werden. Es war damit nicht möglich, sich von Kopf bis Fuß zu betrachten- aber vielleicht bestand dieses Bedürfnis aus Mangel an Möglichkeiten, die uns heute Ganzkörperspiegel bieten, auch gar nicht? Ob die menschliche Eitelkeit ein Kind der Renaissance ist, können wir nicht feststellen, auch wenn es nun dank verbesserter Herstellungsmethoden von Glasspiegeln möglich war, Spiegel in größeren Dimensionen herzustellen. Das magische Glas war jedoch sündhaft teuer und erst im 19. Jahrhundert, als die Herstellung mittels chemischer und weniger kostenaufwendigen Verfahren nach und nach zu einer industrialisierten Massenproduktion führte, wurde der Spiegel zu dem, was er heute ist:

Ein nützlicher Begleiter des täglichen Lebens, der die Innenräume aller schmückt.

Eine kleine Kulturgeschichte des Spiegels

Die mythologische Erzählung von Narziss macht uns begreifbar, dass der Mensch in frühesten Zeiten sein eigenes Antlitz nur über eine ruhige Wasserfläche gebeugt betrachten konnte.  Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass die ältesten Vorläufer des Spiegels Wasserbehälter waren. Während der Antike und später im Mittelalter blickten sich die Menschen in polierten Metallscheiben an, die eine leicht konvexe Form hatten. Im antiken Griechenland verwendeten vor allem Frauen diese widerscheinende Scheibe, denn die weibliche Schönheit bemaß sich hauptsächlich am Gesicht und an den Haaren. Die Schönheit eines Mannes wurde in der griechischen Antike anhand seines Körpers bewertet, der nicht vollständig in den kleinen, runden Metallscheiben betrachtet werden konnte.

Im 16. Jahrhundert ersann der französische Humanist Rabelais das Kloster Abbaye de Thélème, das die erste Utopie in der französischen Literatur ist. In diesem Kloster leben die Menschen nicht wie arme Mönche, sondern frei und im Wohlstand. Rabelais beschreibt in dieser Erzählung, wie jedes der 9332 Zimmer des Klosters nicht nur mit herrlichen Stofftappeten, sondern auch mit großen Kristallspiegeln ausgestattet ist, in welchen man sich von Kopf bis Fuß betrachten kann.  Für uns ist es heutzutage schwer vorstellbar, was an großen Spiegeln so fantastisch sein soll, aber die Geschichte veranschaulicht sehr gut, dass große Spiegel teure Seltenheiten waren.

Es ist nur etwas mehr als ein Jahrhundert her, als man diese Deko-Wunder ausschließlich an den Wänden der kostspieligen Innenräume der gesellschaftlichen Oberschicht bewundern konnte. Die Novelle The Turn of the Screw (1898) des britischen Schriftstellers Henry James belegt beispielhaft diese Exklusivität. Dort ist zu lesen, wie die sich neu eingestellte Gouvernante in dem englischen Anwesen vor einem großen Spiegel das erste Mal in ihrem Leben von oben bis unten betrachtet.

Dass für die Fabrikation von Spiegeln statt poliertem Metall schließlich Glas verwendet wurde, hat seinen Ursprung in der italienischen Renaissance. Das Glas wurde mittels einer Metalllegierung aus geschmolzenem Quecksilber und Zinn spiegelnd gemacht.  Diese Technik heißt Verzinnen und wurde in Venedig entwickelt.

Venezianische Spiegelfabrikanten in Versailles

Der Umgang mit Quecksilber während der verschiedenen Arbeitsetappen blieb für die venezianischen Kunsthandwerker nicht folgenlos: Die Lebenserwartung eines Spiegelfabrikanten überschritt selten das 30. Lebensjahr. Übrigens hatten die in einer Gilde organisierten Spiegelfabrikanten für sehr lange Zeit das Produktions- und Handelsmonopol für Spiegel inne. Unter dem Sonnenkönig Ludwig XIV. erreichen die Importe an venezianischem Glas solche Höhen, dass der französische Finanzminister Colbert, der eine größere Autonomie Frankreichs in der Kunst und im Handwerk anstrebte, in die Glasmanufakturen Venedigs französische Geheimagenten schickte. Ihre Mission: Die venezianischen Handwerker mit Versprechungen nach Frankreich locken. Die Überzeugungsarbeit der Agenten war schließlich von Erfolg gekrönt, denn im Jahre 1665 erblickte die königliche Glas- und Spiegelmanufaktur Compagnie de Saint-Gobain das Licht der Welt. Der Spiegelsaal von Versailles ist zweifellos ihre berühmteste Arbeit. Es ist eine wahre Heldentat, wenn man die damaligen technischen Möglichkeiten bedenkt, denn erst einige Jahre später, am Ende des 17. Jahrhunderts, entsteht das Verbundglas.

Heute ist die Herstellungstechnik von Spiegeln dieselbe wie die, die im 19. Jahrhundert erfunden wurde:
Glas wird mit einer Schicht silbernen Metalls (heute handelt es sich dabei um Aluminium) überzogen.

Das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden

Die Renaissance stellte die epochalen Weichen in der Geschichte des Spiegels und der Herstellung.

Diese Entwicklung verlief parallel zu jener des Bilderrahmens, denn der Spiegel konnte nicht ohne Rahmen gedacht werden. Spiegel wurden genauso prächtig wie Gemälde eingerahmt, weil man sie vor allem als schmückenden Einrichtungsgegenstand verstand. Das reiche dekorative Potential entging weder den Fabrikanten noch den Käufern dieses exklusiven Objekts, das sich beim Ankleiden, Frisieren und Schminken außerdem als sehr nützlich erwies.

Seit der Renaissance verbreitete sich der Spiegel in den Innenräumen des europäischen Adels, bis schließlich im 19. Jahrhundert auch das Bürgertum dieses Deko-Wunder seinen Räumen gönnte. In Paris galt es als très chic, wenn man einen Spiegel über dem Kamin anbrachte.

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Tolle Barockrahmen für Spiegel

Der Spiegel als Einrichtungsgegenstand

Rahmenleiste in Gold Glymur von FDM

Mit seinen dekorativen Vorzügen bereichert er nicht nur schicke Altbauwohnungen, sondern vor allem kleine und dunkle Räume können von einem Spiegel profitieren, weil er dafür sorgt, dass sie größer und heller wirken. Haben Sie Lust, mehrere Spiegel bei Ihnen Zuhause aufzuhängen? Dann können Sie wunderbar mit der Perspektive spielen und den Raum aus ganz neuen Blickwinkeln entdecken. Sollten Sie Ihr Auge auf ein herrliches Rahmenprofil geworfen haben, aber weder ein passendes Bild zum Einrahmen haben noch auf die Mode der leeren Rahmen abfahren, dann ist ein gerahmter Spiegel sicher eine gute Idee. Im selben Stil, nach gleichem Muster, kann eine Wandgalerie eine Zusammenstellung aus Bildern und Spiegeln kreiert werden, sollten Ihnen dafür ein oder zwei thematisch passende Bilder fehlen.

Bezüglich der Regeln der Wandaufhängung gelten bei einem gerahmten Spiegel dieselben wie für die eines Bilderrahmens. Ist der Spiegel über einem Möbelstück befestigt, ist es ratsam, 20 cm Abstand zwischen dem Möbelstück und der unteren Rahmenleiste zu lassen. Andernfalls hängt die Höhe von der für den Spiegel vorgesehenen Funktion ab, also ob der dekorative oder der nützliche Zweck im Vordergrund steht.



 

Den Spiegel und Rahmen auswählen

Der Preis eines Spiegels kann sehr stark variieren. Ein Facettenspiegel ist beispielsweise aufwendiger herzustellen, was sich auch im Preis niederschlägt. Auch kann sich ein Wandspiegel nach Maß im Vergleich zu einem Spiegel in Standardmaß deutlich im Preis unterscheiden.

Bei der Wahl des Rahmenprofils können Sie sich an der bereits vorhandenen Inneneinrichtung orientieren. Machen Sie sich vor dem Kauf klar, ob der eingerahmte Spiegel sich in einem stilistisch einheitlich gehaltenem Innendekor einfügen soll oder ob Sie auf einen mutigen Stilmix setzen wollen. Ist der eingerahmte Spiegel das Hauptstück im Raum, weil es sich dabei um ein exklusives Stück handelt oder ist er dazu bestimmt, mit anderen eingerahmten Bildern an der Wand oder sogar mit anderen Spiegel zusammenzukommen?

 

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