Das Passepartout
Schutz und Ästhetik

Der Aufbau und die Qualität

Das Passepartout liegt zwischen dem Bilderrahmen und dem gerahmten Bild und dient als gestalterischer Vermittler zwischen diesen beiden. Hochwertige Passepartouts setzen sich aus mehreren Schichten zusammen: Deckpapier, Kern und Rückenpapier. Diese Komponenten ergeben zusammen einen Passepartoutkarton. Je nach Qualität können sich die Schichten stark unterscheiden. Das Rückenpapier muss unbedingt säurefrei sein, wenn es auf einem Originalkunstwerk aufliegt. Das Deckpapier kann in verschiedenen Farben gewählt werden und ist bei besseren Passepartouts ach meist säurefrei. Ist der Kern ligninfrei, vergilbt dieser auch nach einer längeren Zeit nicht. Ein säurefreier Karton kann Alterungserscheinungen und Schäden am Bild vermindern oder gar vermeiden. Bei Originalkunstwerken ist die Verwendung von säurefreiem Papier daher sehr zu empfehlen. Säurefreie Passepartouts entsprechen auch hohen Ansprüchen und bieten optimalen Schutz für Kunstwerke.

 

Säurefreies Papier darf nicht aus holzartigem oder recyceltem Material bestehen und Passepartouts, die diesem Standard entsprechen, werden nur aus Materialien hergestellt, welche eine Säurebildung vermeiden.

 

Große Qualitätsunterschiede entstehen, wenn das Passepartout mit Calciumcarbonat gepuffert ist und ob es Lignin enthält oder nicht. Falls das Lignin nicht entzogen wurde, passiert es, dass sich das Passepartout mit der Zeit gelblich verfärbt und sich ein gelber Rand an dem Innenausschnitt auf dem Bild abzeichnet. Daher wird empfohlen ein gepuffertes, aus Alphazellulose bestehendes Passepartout zu verwenden.

Der möglichst am besten geeignete Karton für ein Passepartout sollte auf jeden Fall säurefrei sein, um spätere Schäden oder Verfärbungen auf dem Bild vorzubeugen. Zudem sollte der Karton überwiegend aus Baumwollhadern bestehen und währen der Produktion chlorfrei gebleicht worden sein. Durch einen geringen Anteil an Calciumcarbonat ist der Karton Alterungsbeständig und somit geschützt vor dem Vergilben und möglichen Bruchstellen.

Der Museumskarton unterscheidet sich neben dem Preis auch durch die aufwändige Herstellung von dem säurefreien Karton. Dafür wird bei dem Museumskarton eine Säurefreiheit von 100%, kein Vergilben oder Zerbröckeln mit den Jahren, garantiert. Die Farbe und das Material der Oberfläche tragen einen Großteil zu der späteren Gesamtwirkung des fertig gerahmten Bildes bei. Zu den drei Hauptmaterialien zählen Leinen, Samt/ Velours und Baumwollhadern. Die Oberfläche kann je nach Material sowohl glatt, bedruckt oder strukturiert sein.

Das flusenfreie und zudem antistatische Leinen ist weder Schmutz- noch Bakterienanfällig. Hinzukommt, dass es sehr strapazierfähig ist und sich somit für häufige Bildwechsel problemlos eignet. Die Wirkung von Samt/ Velour lässt sich leicht durch die Stichrichtung der Vliesfäden zu beeinflussen und hat somit ein sehr abwechslungsreiches Erscheinungsbild. Zudem ist das Material, ebenfalls wie das Leinen, antistatisch und strapazierfähig. Die Baumwollhadern zählen als fester Bestandteil des Museumkartons. Sie lassen sich leicht reinigen und sind langlebig. Bei diesem Material ist das Lignin komplett entzogen, wodurch die Gefahr des Vergilbens ausgeschlossen ist.

Die Eigenschaften - Als Schutz

Ein Passepartout dient in erster Linie als optischer Vermittler zwischen Bild und Rahmen. Es beeinflusst den Betrachter seinen Blick direkt auf das Bild zu wenden. Das Passepartout schützt vor den Ausdünstungen eines Holzrahmens und bindet die daraus austretenden Schadstoffe, welche dem Bild schaden würden. Ein gutes Passepartout zeichnet sich dadurch aus, dass es Säurefrei und Calciumcarbonat gepuffert ist.

Ein Passepartout schafft Platz zwischen Bild und Deckglas. Das ist sehr wichtig, da es nach einiger Zeit durch Klimaschwankungen dazu kommen könnte, dass das Bild am Glas kleben bleibt und ein Bilderwechsel ohne das Motiv zu beschädigen dabei unmöglich wäre. Ein Passepartout beugt einem solchen Fall vor und trennt Bild und Glas voneinander. Für Kunstwerke, welche mit Pastell, Kohle, Bleistift oder Kreide gezeichnet worden sind, ist ein Passepartout unabdingbar. Weil die Oberfläche des Bildes sehr empfindlich ist und stets bröckeln kann. Außerdem könnte ein Berühren des Deckglases zum Verschmieren des Motivs führen.

Die Eigenschaften – Als ästhetische Komponente

Ein Passepartout stellt das Bild in den Mittelpunkt und lenkt von dem Rahmen ab. Ein Passepartout kann vom Bilderrahmen ablenken oder dessen Wirkung unterstützen, genauso auf bestimmte Aspekte des Motives besonders eingehen und andere abschwächen.

Farbe des Passepartouts

Die Farbe der Innenausschnitte und die Breite eines Passepartouts nehmen Einfluss auf die Bildwirkung. Die Kombination aus Passepartoutfarbe und Farbnuancen des Bildes entscheiden über die Gesamtausstrahlung des gerahmten Werkes. Eine warme oder kühle Ausstrahlung des Gemäldes lässt sich mit Hilfe der Passepartoutfarbe beeinflussen. Je nachdem welche Farbe des Bildes von dem Passepartout aufgegriffen wird.


Bei der Farbe des Passepartouts gilt grundsätzlich: Weniger ist mehr! Inzwischen gibt es Passepartouts in fast allen Farben und eines ist klar: Das Passepartout sollte das Bild im Rahmen hervorheben und dessen Wirkung stets unterstreichen ohne mit dem Bild in Konkurrenz zu treten. Handelt es sich jedoch nicht um ein Firmenplakat oder Werbeposter, welches im Corporate Design mit der passenden RAL oder NCS-Farbe unterstützt werden soll, dann ist Vorsicht geboten! Die Welt der Passepartouts ermöglicht eine Vielzahl an Kombinationen, die die Ausstrahlung des Bildes beeinflussen können. Man hat zum Beispiel die Möglichkeit, eine Farbe aus dem Bild aufzugreifen und dadurch eine bestimmte Wirkung des Kunstwerkes zu verstärken; das gelingt allerdings nur, wenn man dabei den richtigen Farbton trifft. Wählt man dabei eine kalte Farbe, so wirkt das Motiv im Rahmen insgesamt kühler. Entscheidet man sich für eine warme Farbe, so erlangt das Bild eine insgesamt wärmere Ausstrahlung.

Um das Bild in den Vordergrund zu rücken, empfiehlt sich ein helles Passepartout. Ein dunkles Passepartout stellt das Bild in den Hintergrund. Für einen eleganten Ausdruck bietet sich ein breites Passepartout mit einem schmalen Rahmen an. Um einen kompakten Ausdruck erzielen zu wollen, eignet sich ein schmales Passepartout mit einem breiten Rahmen. Bei sehr auffälligen Rahmen ist ein Passepartout mit einem breiten Rand am besten geeignet.

Dabei kann es jedoch schnell geschehen, dass man nicht nur subjektiv, sondern auch objektiv in die intendierte Wirkung des Kunstwerkes eingreift. Selbstverständlich kann man auch ausgefallene Passepartouts verwenden – und findet man eine passende Verwendung, dann kann solch eine besondere Einfassung den Eindruck verstärken. Zum Beispiel mit einem Samt-Passepartout bei der Einrahmung eines Familienwappens. In den meisten Fällen gilt, dass für dunkle Rahmen eine eher dunkle Passepartoutfarbe geeignet ist, während für hellere Rahmen eine entsprechend hellere Farbe gewählt werden sollte, um das Motiv passend und harmonisch in Szene zu setzen. Handelt es sich um ein ausdrucksstarkes Originalkunstwerk oder einen Druck, dann ist bei einem Passepartout meist ein Weißton oder seltener auch ein Schwarz- oder Grauton die richtige Wahl. Im Zweifel ist ein Passepartout in einem gebrochenen Weiß oder einem Porzellanton immer eine gute Option, auch bei einem dunklen Rahmen. Weniger ist eben manchmal mehr!

Format des Passepartouts

Ein Passepartout kann ein Bild in verschiedenen Größen umschmeicheln. Für die perfekte Größe gibt es keine Faustregel, an welche man sich immer halten kann.

Bei der Wahl der Größe kommt es immer darauf an um welches Motiv es sich handelt, wie groß dieses ist und an welcher Wand das Bild hängen soll, sowie, welche Wirkung erzielt werden soll. Ist der Ausschnitt für das Bild zu groß, fällt das Motiv hindurch, hier ist Vorsicht geboten.

Passepartouts sind selten im Fokus, legt man ja besonderes Augenmerk auf das eingerahmte Objekt und nicht auf den Vermittler zwischen Bild und Rahmen. Sieht man sich das Passepartout jedoch genauer an, so erkennt man, dass die Seiten häufig nicht alle gleich groß sind. Die untere Seite des Passepartouts sollte in der Regel 0,5 bis 2 cm größer geschnitten sein, als die anderen drei Seiten. Dieser Zuschnitt erzeugt eine optische Täuschung für das Auge, dass der Betrachter nicht den Eindruck gewinnt, das Bild wäre zu nah am unteren Rand des Rahmens platziert.

Passepartouts sind vielseitige kleine Helfer und essentielle Komponenten in der Welt der Bilderrahmen. Manchmal wirken sich marginale Details in der Bildpräsentation auf die gesamte Komposition aus, eine Komplementierung des Grundfarbtons kann harmonische Akzente verstärken, eine starke Kontrastnuance ermöglicht außergewöhnliche Seherlebnisse.

Mit seinem vielfältigen Einsatzgebiet mutet das Passepartout als Fenster an, das die Vision für eine neue Art der Bildpräsentation öffnet. Ein Fenster, auch deshalb, weil es den Blick des Betrachters zu leiten scheint und die Bildwirkung positiv und auf natürliche Art und Weise verstärkt.

Hilfsmittel für das perfekte Format

Das Passepartout hat eine weitere durchaus signifikante Facette: es ermöglicht, ein Bild, dessen Abmessungen unkonventionell sind, trotzdem in einen Bilderrahmen mit Standardmaßen einzufügen. Mit anderen Worten: Sie benötigen nicht mehr zwingend maßgeschneiderte Zuschnitte oder Rahmen-Sonderanfertigungen. Ein Passepartout kann Ihr Werk an den gewünschten Stellen verdecken oder offenlegen.

Sie möchten ein kleines Bild rahmen, besitzen jedoch nur einen großformatigen Bilderrahmen? Kein Problem – mit dem geeigneten Passepartout lässt sich Ihr Werk geschmackvoll inszenieren, so dass Bild und Rahmen im harmonischen Einklang stehen: Einfach ein Passepartout mit einem kleinen Innenausschnitt passend zu Ihrem kleinen Kunstwerk wählen und schon steht einer schicken oder professionellen Bildpräsentation nichts mehr im Weg. Geht es um ein Kunstwerk mit unkonventionellen Maßen, das in keinem Standardrahmen Platz findet, steht Ihnen das Passepartout ebenso zur Seite: Wählen Sie das nächstgrößere Passepartout für das wiederum Standardrahmen erhältlich sind und rahmen Sie ganz einfach und individuell ohne Sonderanfertigungen bestellen zu müssen. Es kann ebenso passieren, dass Sie ein beschädigtes Kunstwerk oder eine Fotografie besitzen, die beispielsweise an den Ecken und Rändern geknickt oder von Alterung vergilbt, bzw. einfach unschön geworden ist. Auch in diesem Fall wirken Passepartouts Wunder: Unansehnliche Stellen lassen sich mit der Wahl eines Passepartouts, das etwas kleiner als Ihr Bild ist, gekonnt kaschieren.

Der Gesamteindruck zählt

Flexible Innen- und Außenzuschnitte lassen Ihnen viel Freiheit bei der Gestaltung. Eine faszinierende Farbauswahl, unterschiedliche Ausschnittsformen, diverse Kerbschnitte und Oberflächenstrukturen kommen im optisch ästhetischen Bereich hinzu. Wie wir gesehen haben, hat die Wirkung eines Passepartouts auch viele praktische Gründe. Treffen Sie überlegte Entscheidungen wenn es um die Größe, Farbe und Proportion des Passepartouts geht, denn das Endresultat wirkt sich auf das Gesamtkunstwerk aus. Es lohnt sich daher auszuprobieren und mit Geduld an die Sache heranzugehen: eine gewisse Balance zwischen Harmonie und Disharmonie im Kunstwerk auszugleichen - das erfordert Fingerspitzengefühl.

Neben den Standartformaten des Passepartouts, sind zudem individuelle Innen- und Außenausschnitte möglich. Ebenfalls lassen sich Standartaußenformate mit individuellen, eigenen Innenformaten kombinieren. Je nachdem sind die Formate abhängig von der Bildgröße des zu rahmenden Bildes. Die Form und Platzierung des Innenausschnitts ist ebenfalls frei wählbar, hierbei sind der eigenen Kreativität keine Grenzen gesetzt.

So lassen sich mehrere Ausschnitte in verschiedenen Größen und Formen mit unterschiedlichen Passepartoutfarben und Kernfarben zu den abstraktesten Mustern übereinanderlegen. Diese ganz eigenen Kreationen verleihen dem Gesamtbild einen neuen Ausdruck oder betonen bewusst bestimmte Stellen des Bildes.

Herkunft des Passepartouts

Der Name Passepartout ist abgeleitet aus den französischen Wörtern "passer" und "partout", was soviel heißt wie "hindurchgehen", "überall", also "geht überall hindurch". Ein qualitativ hochwertiges und angefertigtes Passepartout unterscheidet sich vorallem durch die schräg geschnittene Kante am Innenausschnitt, mit einem Winkel von 45°, von einem einfachen und herkömmlichen Standard Papier-oder Pappeinleger.

 

Zusammenfassung

Das Material:

  • Zellulose: Hauptbestandteil der Zellwände von Pflanzen, wie Holz und Baumwolle
  • Alpha-Zellulose: Hochwertig, ligninfreie Zellulose, welche zur Alterungsbeständigkeit beiträgt und vor Schadstoffen schützt
  • Lignin: Bestandteil der pflanzlichen Zellwand und sorgt in Kombination mit Licht und Sauerstoff für das Vergilben des Passepartouts
  • Säurefrei: Zählt ab einem pH-Wert von 7, welcher während der Herstellung besteht
  • Calciumcarbonat: Wird während der Pufferung zugesetzt und schützt vor Säure.

Format auswählen:

  • Ausschnitt: Die Zuschnitte richten sich genau nach den gewünschten Angaben. Für eine bessere Montage sollte der Ausschnitt allerdings 0,5 bis 1 cm kleiner sein als benötigt, um das Bild besser dahinter legen zu können
  • Optische Mitte: Die tatsächliche Mitte täuscht das menschliche Auge, weshalb die optische Mitte 0,5 bis1cm über der mathematischen Mitte liegt.
  • Farbiges Passepartout: In der Regel bieten sich weiße oder helle Passepartouts am besten an um ein Bild zu rahmen. Mit Hilfe von mehreren Schichten unterschiedlicher Farben lassen sich einzigartige Motive um das Bild kreieren.

Qualitätsstufen:

  • Economy: Nicht säurefreie Passepartouts. Am besten geeignet für einfache und gedruckte Bilder, keine Einzelstücke
  • Standard: Säurefrei gepufferter Kern, pH neutral, optimal für Poster, Fotografien und Kunstdrucke
  • Conservation: Bestehend aus Alphazellulose, zur sicheren Rahmung von limitierten Auflagen und Dokumenten
  • Museum: Zusammengesetzt aus Baumwollhadern und schützt 100% vor säureübergriffen oder vergilbungen. Gut geeignet für Originale und seltene Dokumente.