Spieglein, Spieglein an der Wand…

Spiegelrahmen auf Eroberungskurs

Spiegel ist nicht gleich Spiegel. Die Qualitätsunterschiede können hier groß sein. Spiegel mit Facetten gehören zu den beliebtesten und hochwertigsten aller Modelle. Die Facette erzeugt rund um den Spiegel eine leicht zum Rahmen hin abfallende Fläche, die einen anderen Lichteinfall und daher ein unterschiedliches Bild widergibt und das Objekt interessant macht. Auch wenn Spiegel mit Facetten in der Regel etwas kostspieliger sind als welche ohne, Spiegelrahmen müssen nicht an sich teuer sein.

 

Spiegelrahmen im Wohnzimmer

Anwendungsbereich

Spiegelrahmen können vielseitig eingesetzt werden. Ein naheliegender Ort für einen Spiegelrahmen ist der Flur und die Garderode. Sowohl im eigenen Haus als auch in Geschäftsräumen sind hier Spiegel besonders funktional. Dies bedeutet allerdings nicht, dass sie keine ausgefallene Form annehmen dürfen. Der Eingangsbereich trägt nämlich zum Gesamteindruck eines Hauses oder einer Wohnung bei.

Neben dem Flur gehört auch das Badezimmer zu den üblichen Anwendungsbereichen für Spiegel. Auch hier gilt, dass der Spiegel über seinen Nutzen hinaus, eine besondere Gestaltung haben kann. Ein schlichtes Bad lässt sich interessanter machen und mit einem Spiegel gezielt aufwerten. Da braucht es nicht viele Möbel, noch Farbakzente, mit einem außergewöhnlichen Spiegel bekommt auch dieser Transitort eine repräsentative und gemütliche Note. Mit einem Spiegelrahmen lässt sich ein Raum optisch vergrößern. Wieso also nicht einen Spiegel im Wohnzimmer beispielsweise über dem Sofa oder der Kommode platzieren. Die Rahmen können je nach Wunsch eher klassisch oder eben auch prunkvoller ausgewählt werden. Zur Verfügung steht eine große Vielfalt an Modellen, die es möglich macht, ohne riesigen Aufwand Eleganz und Exklusivität in den Raum zu bringen.

Das Gleiche gilt auch für Schlafzimmer. Mit einem ausgewählten Spiegelrahmen lässt sich im Nu ein Schminktisch ausstatten. Auch für die Ankleide benötigt man einen möglichst großzügigen und hochwertigen Spiegel. Mit Spiegeln bringen sie in jeden Raum mehr Licht hinein, machen ihn freundlicher und luftiger.

Spiegel

Spiegel haben längst Einzug in unseren Haushalt gemacht und begleiten uns im Alltag, auch wenn wir es uns nicht immer voll bewusst sind. Man denke an die spiegelnde Straßenlaterne, das Schaufenster eines Ladens oder gar die Wasseroberfläche eines Teiches oder Sees. Genau so funktioniert ein Spiegel. Er besteht aus einer glattpolierten Fläche, die das Licht reflektiert und somit ein Abbild ermöglicht. Der deutsche Begriff wurde aus dem Lateinischen „speculum“ und „specere“ abgeleitet, was „Abbild“ und „sehen“ bedeutet.

Spiegel wie auch Glas hat ursprünglich eine flüssige Form, die durch Schmelzung und mechanischer Bearbeitung eine neue halbfeste Form einnimmt. Bei Spiegeln lässt sich dieser Prozess erahnen, wenn man bei älteren Spiegeln Verfärbungen und auch leichte Verformungen in Tropfgestalt feststellt. Damit das Glas spiegeln kann, benötigt es aber eine entsprechend verarbeitete, konkret polierte Oberfläche. Spiegel werden über ihre eindeutige Funktion in der Kosmetik und der Dekoration in der Technik verwendet. Kameras, Laser oder medizinische und astronomische Geräte machen sich Spiegel zu Nutze, sie helfen bei der Regulierung von Verkehr und in der Erstellung von Druckerzeugnissen.

Die ersten Spiegel waren im Übrigen noch viel dunklere Flächen, in denen sich das Abbild leicht verschwommen ansah. Spiegel waren nur in wohlhabenden Haushalten vertreten, da sie zu teuer waren. Als Symbol für Eitelkeit kamen sie erst in den Gemächern von Regenten und betuchten Frauen vor. Genau aus diesem Grund wurden sie nebenbei bemerkt in Klöstern verboten. Ganz anders als der Narziss aus der griechischen Mythologie, der stundenlang damit verbringen konnte, seinem eigenen Spiegelbild zuzusehen, sollen Gläubige sich losmachen von vergänglichen irdischen Werten.

 Spiegelrahmen im Eingangsbereich
Antike SpiegelrahmenSpiegel auf moderner Wand

Spiegel und Prunk

Spiegel waren lange Zeit Luxusgegenstände. Bis ins 18. Jahrhundert lag dies an Verfügbarkeit des Materials und an den technischen Herausforderungen insbesondere große Spiegelflächen herzustellen. Spiegel drückten Wohlstand und Macht aus. Sie waren in Wohnhäusern von Patriziern und Nobelleuten zu finden. Schlösser und Regierungssitze hatten ganze Räume, die mit Spiegeln ausgeschmückt waren. Die Spiegelsäle und Spiegelkabinette dienten der Repräsentation. In den Spiegelsälen feierte man Bälle und Feste oder empfing wichtige Staatsgäste. Einer der berühmtesten seiner Art ist der Spiegelsaal im Schloss von Versailles.

Es ist kein Zufall, dass die Lust an Spiegeln vor allem mit dem Barock aufkam. Die Kunst dieser Zeit liebte es, spielerische Elemente auszuprobieren und anzuwenden. Spiegel ermöglichten optische Täuschungen herzustellen. Die Trompe-l’oeil mussten nicht nur mehr gemalt sein, sondern konnten mit Hilfe von Spiegelungen erzeugt werden. Das Spiel mit den Lichtreflektionen zudem fügte dem Ganzen einen weiteren Reiz hinzu. All diese Eigenschaften lassen sich auch heute auf kleinere Maßstäbe übertragen. Auf die eigene vier Wände aber auch für den beruflichen Kontext in einem Restaurant, das durch eine Spiegelwand heller und größer erscheinen soll, oder in einer Praxis, die durch einen prunkvollen Spiegelrahmen Tradition und Kompetenz ausdrücken kann.

Man versehe mich mit Luxus, auf alles Notwendige kann ich verzichten. Oscar Wilde

Spiegelbild der Seele

Spiegel spielen in vielen Kulturen eine wichtige Rolle. Nicht immer verbinden die Menschen allerdings die gleichen Gefühle damit und unterscheiden sich in der Nutzung. Weit verbreitet ist die Vorstellung, dass der Spiegel als Objekt der Eitelkeit gilt. Hier, dem Klischee nach, vor allem Frauen sollen sich, gerne auch über längere Zeit hinweg, ausführlich betrachten. Der Spiegel hilft bei der Herrichtung der äußeren Erscheinung. Spiegel an der Wand erinnern an die Ästhetik von Salons, in denen sich Damen und Herren der besseren Gesellschaft dem schönen Leben bei einer Tasse Tee und Gebäck hingaben. Eine Weiterführung in unsere Zeit findet sich in den Kaffeehäusern, die insbesondere in Österreich und den ehemaligen k. k.-Ländern zum Alltag gehört.

Wie die Augen eines Menschen der Spiegel seiner Seele sein sollen, wird der Spiegel ebenfalls als Bild, Abbild, der menschlichen Seele angesehen. Im Spiegel kommt die Seele zum Vorschein, sie hängt dort fest. Dies beflügelt den Aberglauben, dass beispielsweise Vampire kein Spiegelbild haben, da sie tot und böse sind und keine Seele mehr besitzen. Aber auch im Haus eines Toten sollen die Spiegel verhängt werden, sonst bleibt die Seele darin zurück und findet den Weg in die ewige Erlösung nicht. Auch im Buddhismus wird die Existenz des Menschen mit der Vorhandenen Reflexion in einem Spiegel verglichen. Geht ein Spiegel kaputt, bedeutet dies Unglück, mindestens sieben Jahre, da der Doppelgänger im Spiegel unzufrieden ist bzw. sich ein neues Zuhause suchen muss.

Spiegel im Schlafzimmer

Spieglein, Spieglein an der Wand

Wer ist die Schönste im ganzen Land?

  • So sprach die böse Königin und Stiefmutter von Schneewittchen im Märchen. Als der magische Spiegel, der nur die Wahrheit sprechen kann, sagt es sei Schneewittchen, nimmt das Böse seinen Lauf.
  • Auch in Alice im Wunderland spielen Spiegel eine wichtige Rolle. Dahinter verbirgt sich nämlich eine wundervolle Parallelwelt.
  • In Die Schöne und das Biest hat der Spiegel ebenfalls einegroße Bedeutung. Dort entblösst er die oberflächliche Arroganz des einen und bringt die gutmütige Seele des anderen zu Tage.

Spiegel gelten auch als Tor zur Wahrheit. In diesem Zusammenhang lässt sich auch die Redeweise „jemandem den Spiegel vorhalten“ interpretieren. Der Spiegel steht hier symbolisch für das Aufdecken der eigenen Fehler und Verhaltensweisen. Durch die Betrachtung im Spiegel bleibt nichts verdeckt. Der Spiegel ist ein Bild für Selbsterkenntnis und Klugheit. Der Spiegel ist daher ebenso ein Mittel zur Wahrsagung, analog zur Glaskugel, findet sich darin die klar beleuchtete Wahrheit.

In China verbannt man das Böse in den Spiegeln. Die Dämonen werden mit ihrem eigenen Spiegelbild gelockt und bleiben darin stecken. Daher sind hier die Spiegel aus anderem Grund wertvoll, doch auch gefährlich. Auch sagt man, dass Spiegel einem unter Umständen die Sicht auf den eigenen Tod öffnen können. Je nach Mondstellung zeigt sich das Bild des eigenen Grabes. Der Aberglaube ist groß.

Spiegel in China

  • Glück, Eheglück, Geburt eines Sohnes, Beamtenrang
  • Erlaubt das Sehen von Geistern und Dämonen sowie der nächsten Existenzform

Doch die schönen Seiten und Assoziationen mit kleinen, mittelgroßen und großen Spiegeln überwiegen. Es gibt kaum einen Haushalt, der ganz ohne auskommt. Da liegt es eigentlich nahe, sich über die Gestaltung dieses Objektes richtig Gedanken zu machen. Wieso nicht auch etwas wagen und Spiegel mit einem ausgefallenen Rahmen ausprobieren. Spiegelrahmen können auf jeden Fall als Dekorationselemente einen großen Einfluss auf die Einrichtung eines Raumes nehmen. Da lohnt es sich, mal genauer hinzuschauen. Und für alle Romantiker und Abenteuerlustigen da draußen, wer weiß vielleicht versteckt sich auf der anderen Seite eines Spiegels eine ganz eigene Parallelwelt – wenn das schon bei Carolls Alice „Hinter den Spiegeln“ geklappt hat, wer sagt denn, dass es nicht wieder so sein kann.

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